Neben den staatlichen Altersvorsorgezulagen gibt es auch noch eine weniger bekannte Fördermöglichkeit. Denn die Beiträge können auch als Sonderausgabe in der Steuererklärung geltend gemacht werden - und zwar derzeit bis zu einem Höchstbetrag von 1575 Euro, ab 2008 liegt dieser Höchstbetrag sogar bei 2100 Euro.
Ob die Beiträge tatsächlich als Sonderausgaben berücksichtigt werden, hängt davon ab, ob die dadurch mögliche Steuerersparnis höher ist als die Altersvorsorgezulage. Dies prüft das Finanzamt automatisch, wenn die Kosten als Sonderausgaben angegeben werden. Dafür müssen Steuerzahler auf Seite 3 des Steuerhauptformulars in Zeile 73 ein Kreuz machen und der Steuererklärung die "Anlage AV" beifügen.
Und dann wird es spannend: Ist der Steuerbonus durch den Sonderausgabenabzug höher, zahlt das Finanzamt diesen Bonus aus. Lohnend kann das allemal sein - vor allem für Gutverdiener. Bei einem Brutto-Jahresverdienst von 48 000 Euro bringt der Abzug der vollen Beiträge (1575 Euro) eine Steuerersparnis von 614 Euro. Allerdings dürfen Verträge nicht doppelt gefördert werden. Deshalb erhält der Sparer in diesem Fall nur den Steuerbonus, der über die 114 Euro Zulagen hinausgeht - also 500 Euro. Interessant dabei: Während die Zulage auf jeden Fall aufs Riester-Konto wandert, kann der Sparer den Steuerbonus nach Belieben verwenden.

Nur Pauschbetrag absetzbar
So viel staatliche Wohltaten haben natürlich eine Schattenseite: Im Alter werden die Riester-Renten voll besteuert. Von den voll steuerpflichtigen Renten kann lediglich ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro abgesetzt werden - falls höhere Werbungskosten entstehen, sind diese auch abziehbar. Ferner sind die Renten begünstigt durch den Altersentlastungsbetrag, der derzeit bei maximal 1672 Euro liegt. Voraussetzung für die Gewährung des Freibetrags ist jedoch, dass zu Beginn des Steuerjahres das 64. Lebensjahr vollendet worden ist. Ein Vorteil ist, dass private Riester-Renten zumindest derzeit nicht in die Sozialversicherungspflicht einbezogen sind. Deshalb müssen auf die Riester-Renten keine Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.
"Steuer-teuer" wird es hingegen, wenn eine „schädliche Verwendung“ des angesparten Geldes vorliegt. Das ist immer dann der Fall, wenn das Riester-Vermögen bestimmungswidrig verwendet wird - beispielsweise bei einer Kündigung des Vertrages oder bei einem endgültigen Wegzug ins Ausland. Wird eine schädliche Verwendung festgestellt, müssen die Altersvorsorgezulagen und alle zusätzlichen Steuervorteile zurückgezahlt und alle Erträge oder Wertsteigerungen in vollem Umfang versteuert werden. Einziger Trost: Die selbst gezahlten Beiträge gibt es unversteuert zurück.