"Henning Mankell wollte, dass gerade ich Wallander spiele, das war wichtig für ihn", sagte der Schwede im Herbst 2015 dem "Svenska Dagbladet". Da ist Schwedens berühmtester Schriftsteller gerade an Krebs gestorben, und Henriksson trauert wie wenige andere um seinen Landsmann. "Es fühlt sich an, als wäre mein kleiner Bruder gestorben", sagte Henriksson. Seinen 70. Geburtstag heute muss der Schauspieler ohne seinen Freund feiern.

Die Rolle des schwermütigen Ermittlers aus dem südschwedischen Ystad machte Henriksson über Skandinavien hinaus zum Promi. Dank ihr kennen wohl die meisten deutschen Fernsehzuschauer sein Gesicht. In seiner Heimat ist er auch abseits der düsteren Krimi-Verfilmungen ein gefeierter Schauspieler. Zweimal bekommt er in seiner Karriere den "Guldbagge" ("Goldkäfer"), den wichtigsten Filmpreis Schwedens, 2007 auch die "Goldmaske", den bedeutendsten Theaterpreis. 2000 spielt er unter Starregisseur Ingmar Bergman in "Die Treulosen".

In der dritten Staffel der britischen Krimiserie "The Fall - Tod in Belfast" mimt Henriksson nun einen Psychiater. Gerade hat er auf der Bühne des schwedischen Nationaltheaters Dramaten in Stockholm außerdem eine Figur gespielt, die so gar nichts mit dem grummeligen alten Kommissar zu tun hat, den Henning Mankell irgendwann mit Alzheimer in den Ruhestand verbannte. Als "Karlsson vom Dach" schwebte der Vater von drei erwachsenen Kindern seit Mai über den Dingen.

Mit Astrid-Lindgren-Rollen hat der Schwede Erfahrung, er spielte unter anderem schon in der Buchverfilmung "Kalle Blomquist lebt gefährlich" (1996). Eigentlich habe er die Rolle seiner Partnerin zu verdanken, erzählte er der Zeitung. Er habe sich beklagt, dass er nur "depressive Greise" spielen dürfe, König Lear oder Demenzkranke. "Ich will es doch lustig haben!", klagte er Cecilia Nilsson, die selbst Schauspielerin ist, demnach sein Leid. "Ich hab's! Du musst Karlsson vom Dach spielen!", rief die aus.