Bei einer der schlimmsten Katastrophen während der islamischen Wallfahrt sind in einer Massenpanik nahe Mekka mindestens 717 Menschen ums Leben gekommen. 863 Gläubige seien in dem Ort Mina verletzt worden, meldete die saudische Zivilverteidigung am Donnerstag. Warum sich das Unglück trotz Milliarden-Investitionen der saudischen Behörden in ein Sicherheitskonzept ereignete, war zunächst unklar. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sein Beileid aus.

Bilder zeigten, wie die im weißen Pilgergewand gekleideten Opfer auf Liegen versorgt und weggetragen wurden. Auf einem Amateurvideo waren Leichen zu sehen, die auf der Erde lagen. Zu dem Drama kam es an einer Straßenkreuzung in Mina, wo die Pilger am dritten Tag der Wallfahrt symbolisch den Teufel steinigen.

Dort hatte es nach einem schweren Unglück im Jahr 2006 mehrere Baumaßnahmen gegeben, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollten. Damals waren bei einer Massenpanik mehr als 350 Gläubige zu Tode getrampelt worden. Deswegen werden die Pilger nun eigentlich so geleitet, dass sich ihre Wege nicht mehr kreuzen. Trotzdem kam es am Donnerstagmorgen an einer Kreuzung in Mina zu einem Stau. Dann sei eine Massenpanik ausgebrochen. Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder gläubige Muslim soll einmal im Leben nach Mekka pilgern.