Die indische Nachrichtenagentur PTI meldete aus dem Nachbarland, nach inoffiziellen Schätzungen liege die Zahl der Toten bei mehr als 1000. Außerdem würden rund 3000 Fischer auf Hunderten Booten seit dem schwersten Sturm in der Region seit Jahren vermisst. „Sidr“ erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern.
An der Küste im Süden schlug „Sidr“ eine Schneise der Verwüstung. Der Sturm entwurzelte Tausende Bäume, deckte Dächer ab und knickte Telefon- und Strommasten um. Meterhohe Wellen brandeten an die Küste. Etliche Stroh- und Lehmhütten wurden dem Erdboden gleichgemacht, Felder und Fischfarmen wurden zerstört. Zahlreiche Nutztiere kamen ums Leben. Am schwersten betroffen ist der Distrikt Patuakhali an der Küste im Süden. Alleine von dort seien 178 Tote gemeldet worden, sagte Ayub. Im Nachbardistrikt Barguna seien 167 Menschen ums Leben gekommen. Im ganzen Land fiel der Strom über Stunden aus. Noch in der nördlich gelegenen Hauptstadt Dhaka entwurzelte „Sidr“ Bäume.
Der Zyklon wurde gestern zu einem tropischen Sturm heruntergestuft. Der Chef der Übergangsregierung, Fakhruddin Ahmed, flog gemeinsam mit Armeechef Moeen Ahmed ins Katastrophengebiet, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Örtliche Medien berichteten, die Opferzahl werde vermutlich weiter ansteigen. Zahlreiche Gegenden an der Küste waren im Laufe gestrigen Tages immer noch von der Außenwelt abgeschnitten. Den Behörden war es vor Eintreffen des Sturmes in der Nacht zuvor noch gelungen, rund eine Million Menschen an der Küste in Sicherheit zu bringen.
(dpa/das)