Leichte Schneefälle und ein Hagelsturm erschwerten zusätzlich das Schicksal der Tausenden Obdachlosen. Eine Kaltfront soll in den nächsten Tagen weiter niedrige Temperaturen und Schneeregen bringen.Durch das Erdbeben der Stärke 7,1 am Mittwoch wurden mehr als 12 100 Menschen verletzt, davon 1434 schwer. Der Vizedirektor einer Mittelschule, der in den frühen Morgenstunden nach einem kleineren Erdbeben zwei Stunden zuvor die Schlafräume mit 830 Kindern evakuiert hatte, könnte möglicherweise vielen das Leben gerettet haben, berichtete die Zeitung "Zhongguo Qingnianbao". Der Lehrer habe eine dunkle Vorahnung gehabt. Das Wohnheim der Jungen wurde völlig zerstört und die Mädchen-Schlafsäle schwer beschädigt.Chinas Regierung ordnete für den heutigen Mittwoch einen nationalen Tag der Trauer an. Alle Flaggen sollen halbmast wehen. Um 10 Uhr soll das öffentliche Leben in der betroffenen Provinz Qinghai für drei Minuten stillstehen und der Toten gedacht werden. Alle Aktivitäten in Unterhaltungsstätten werden ausgesetzt. In einem Dorf zogen Rettungskräfte am Montag noch eine 68-jährige Tibeterin und ihre vierjährige Enkelin nach fünf Tagen lebend aus den Trümmern, wie die "China Daily" berichtete. Bergungsmannschaften seien jetzt auch außerhalb der zerstörten Stadt Jiegu unterwegs.Rund 15 000 Soldaten, Feuerwehrleute, Polizisten und Bergungsexperten sind im Einsatz. Ihr größtes Problem ist die Höhenkrankheit, da das Erdbebengebiet rund 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, wo der Sauerstoff knapp wird. Alle entsandten Helfer litten unter Schwindel, Kurzatmigkeit oder Müdigkeit, sagte ein Offizier laut Xinhua. Wegen der kalten Temperaturen schickt die Provinz 20 000 kleine Öfen ins Erdbebengebiet. dpa/pb