Michael Jackson sprach schlicht von seiner "Milch", wenn der Sänger zum Einschlafen das starke Narkosemittel Propofol verlangte. Die zwölf Geschworenen, die das letzte Wort über die Umstände und die Schuldigen am Tod des Popstars haben werden, kennen inzwischen jede Eigenschaft des Mittels. Wie schnell es wirkt, wie viel Milligramm zum Tode führen, wie es sachgemäß bei Operationen verwendet wird. Der Gerichtssaal in Los Angeles, wo der Herzspezialist Conrad Murray (58) wegen fahrlässiger Tötung vor dem Richter steht, gleicht zeitweise einem Labor oder Krankenzimmer, mit Tropfständern, Diagrammen und Infusionsbeuteln. Als 33. und voraussichtlich letzter Zeuge ging der Narkose-Experte Steven Shafer am Donnerstag hart mit dem Mediziner ins Gericht. Murray sei "für jeden Tropfen Propofol in (Jacksons) Zimmer" und damit "direkt" für dessen Tod verantwortlich. Als "verrücktes Szenarium" tat der renommierte Anästhesist die Theorie der Verteidigung ab, dass sich Jackson das Mittel möglicherweise selbst spritzte, als sein Arzt nicht im Raum war.