Auf den schweren Erdstoß der Stärke 8,4 vor der Westküste von Sumatra am Mittwoch folgten zwei Dutzend kräftige Nachbeben mit Stärken bis zu 7,8. Am Abend bebte auch die Erde im Ostteil des Inselreichs vor Sulawesi mit einer Stärke von 6,6.
Die Beben lösten innerhalb der ersten 24 Stunden fünf Mal Tsunami-Alarm aus. Nach Angaben des Potsdamer GeoForschungsZentrums (GFZ) stieg der Meeresspiegel auch an. Allerdings war die Welle am Mittwoch nicht höher als einen Meter, sagte Jochen Zschau, Direktor der Abteilung Physik der Erde am GFZ. Gestern Abend haben die indonesischen Behörden nach einem weiteren schweren Nachbeben eine erneute Tsunami-Warnung ausgegeben.
Die Angaben über Schäden aus Sumatra waren gestern noch unzuverlässig, weil viele Regionen in der besonders betroffenen Provinz Bengkulu abgelegen sind und von der Außenwelt abgeschnitten waren. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sprach von mindestens 5000 beschädigten Häusern in der Region. Heftige Regenfälle erschwerten zusätzlich die Aufräumarbeiten. Nach Angaben von Augenzeugen verbrachten Tausende Menschen die Nacht im Freien. In der Stadt Padang gab es teilweise erhebliche Schäden. „Hier sind viele Häuser eingestürzt“ , sagte Bürgermeister Fauzi Bahar dem Radiosender Elshinta. Nach unbestätigten Berichten wurden mehrere Menschen von einstürzenden Bauten verschüttet. Das Gesundheitsministerium berichtete von neun Todesopfern und 50 Verletzten in Bengkulu.
Das erste Beben am Mittwoch hatte nach Angaben der US-Geologiebehörde eine Stärke von 8,4. Alle der mehr als 20 Nachbeben lagen über der Stärke fünf, zwei wurden gestern mit mehr als sieben registriert. In der Nähe der Epizentren rund 200 Kilometer vor der Südküste Sumatras hatte sich auch das gewaltige Erdbeben Ende Dezember 2004 ereignet, das den verheerenden Tsunami ausgelöst hatte. Mehr als 230 000 Menschen waren damals ums Leben gekommen. (dpa/jt)