„Leistung lohnt sich“, sagt Hagen Schlecht, Werkleiter der Fränkischen Rohrwerke in Schwarzheide. Marco Jochim, sein jüngster Jungfacharbeiter aus der Produktion, hat im Berufswettbewerb der Branche das mit Abstand beste Zeugnis hingelegt. „Sehr gut“ steht darin als Gesamtnote. Die Fränkischen, die seit jeher stark in die Ausbildung investieren, haben sich nicht lumpen lassen. Der 23-Jährige wurde mit 1000 Euro Prämie und einem unbefristeten festen Arbeitsvertrag belohnt. Der Produzent von Kunststoffwellrohren weiß, wie er gute Leute an sich bindet.

Für Dr. Hubert Lerche, Vorsitzender des Kunststoffverbundes Brandenburg/Berlin, ein 2009 gegründetes Netzwerk der Kunststoffhersteller und –verarbeiter, ist damit ein Etappenziel erreicht: Fachkräftenachwuchs ausgebildet und gehalten. Der Verbund als Initiator des Berufswettbewerbs vertritt in den beiden genannten Bundesländern derzeit etwa ein Viertel der rund 100 Betriebe der Branche mit etwa 2500 Beschäftigten und einer Milliarde Umsatz (ohne BASF).

Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Kunststoffverbundes sind nach Aussage von Annette Bil permanent damit beschäftigt, sich um den potenziellen Berufsnachwuchs an Schulen und Hochschulen zu kümmern. Die Fachkräftesicherung stehe an erster Stelle.

Nicole Ruhland leitet die Ausbildung im Gesamtunternehmen Fränkische Rohrwerke. Derzeit zählt sie 80 Azubis in drei Werken. Während sich im großen Stammwerk im fränkischen Königsberg jährlich noch genügend Bewerber melden, werde die Auswahl in Schwarzheide immer geringer. Schon jetzt werden für das nächste Jahr in der Lausitz drei neue Jung-Rohrwerker gesucht.

Die Leistung von Facharbeiter Marco Jochim kommt nicht von ungefähr. Der junge Mann hat das Abitur am Lessing-Gymnasium in Hoyerswerda gemacht. Nach drei Jahren Ausbildung darf er sich nun Verfahrensmechaniker für Kunststoffe und Kautschuk, Spezialisierung Halbzeuge, nennen.

Nach Marco Jochim (95 Punkte) belegte im Berufswettbewerb Patrick Sandow (89) von der Würfel Kunststofftechnik in Velten den 2. Platz. Dritter wurde der Klettwitzer Steve Herzog (88) von der Vestas Blades Deutschland GmbH in Lauchhammer.