Am Gartenzaun zwischen den Häusern Forster Straße 48 und 49 in Cottbus-Sandow konnte die hochschwangere Frau plötzlich nicht mehr weiter. Schnell rief sie ihren Mann an, er solle mit der Tasche vorbeikommen. Beim Notruf irrte sie sich in all der Aufregung auch noch in der Straßenangabe, sodass die Rettungskräfte sie nicht gleich finden konnten. Als sie eintrafen, war die kleine Pia – 3400 Gramm schwer und 50 Zentimeter lang – schon ein paar Minuten da.

Annette Keuchler, Tagesmutter in der Forster Straße in Sandow, hat alles miterlebt. „Ich konnte nur nicht schnell raus zu ihr und helfen, ich musste ja auf die Kinder aufpassen“, sagt sie. Aber der Mann der jungen Frau sei dann sehr schnell gekommen und zu Keuchlers ins Haus geeilt, um nach einer Decke zu fragen. Und auf der lagen die Mutter und das Baby dann, als der Krankenwagen kam.“

Schon bei der ersten Untersuchung vor der Abfahrt konnten alle aufatmen: Es schien alles in Ordnung zu sein. Nur von etwas Unterkühlung sei die Rede gewesen, sagt Annette Keuchler. Und die gute Nachricht hat das Carl-Thiem-Klinikum bestätigt: „Die Mutter ist wohlauf und auch das Kind hat es inzwischen schön warm“, hieß es aus dem Kreissaal.

Erst am heutigen Dienstag hätte Pia Geburtstermin gehabt – aber die junge Frau soll schon gewarnt worden sein: Kommt das Kind, kommt es schnell. Inzwischen hat Pias Mutter bei Keuchlers angerufen, um die Rückgabe der Decke anzukündigen. „Ach, die Decke“, sagt Annette Keuchler, „die ist doch nicht wichtig.“ Vielleicht hebt sie die Familie auf – für Pia, die bei etwas über null Grad Celsius am Gartenzaun geboren wurde.