Mexikanische Sicherheitskräfte haben den Chef des Drogenkartells "Los Zetas" gefasst. Miguel Ángel Treviño Morales wurde nahe der Grenze zu den USA festgenommen, wie die Regierung in Mexiko-Stadt mitteilte. Er war einer der meistgesuchten Kriminellen sowohl in Mexiko als auch in den USA.

Der auch als "Z-40" bekannte Drogenboss sei am Montag in den frühen Morgenstunden südwestlich der Grenzstadt Nuevo Laredo von Marinesoldaten gestellt worden, teilte der Sprecher des mexikanischen Sicherheitskabinetts, Eduardo Sánchez mit. Treviño werde unter anderem der organisierten Kriminalität, des Mordes, des Drogenhandels und der Geldwäsche beschuldigt, sagte Sánchez. Die Festnahme ist der erste große Erfolg gegen die organisierte Kriminalität in den sieben Monaten Amtszeit von Präsident Enrique Peña Nieto.

Zusammen mit Treviño wurden zwei weitere Bandenmitglieder geschnappt. Im Fahrzeug fanden die Soldaten zwei Millionen US-Dollar in bar, acht Gewehre und 500 Patronen.

Erst im Oktober hatte Treviño die Führung des Drogenkartells übernommen. Er trat in die Fußstapfen von Heriberto Lazcano, alias "El Verdugo" (Der Henker), der von Sicherheitskräften erschossen worden war.

Die "Zetas" waren in den 1990-er Jahren als bewaffneter Arm des Golfkartells entstanden. Ursprünglich handelte es sich bei ihnen um frühere Angehörige einer Eliteeinheit des mexikanischen Heeres, die die Seiten gewechselt hatten. Sie schmuggeln tonnenweise Drogen in die USA und kidnappen Migranten auf deren Weg ins nördliche Nachbarland. Die Bande hat ihren Einfluss mittlerweile über den gesamten Osten Mexikos bis nach Guatemala ausgedehnt.