Großkoschen. Auf der Baustelle des schiffbaren Seenland-Kanals zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See wird jetzt aufs Tempo gedrückt. Die Mühlenstraße, die umverlegt werden muss, soll noch vor dem Winter die Asphaltschicht erhalten. Zeitgleich wird der Kanal in Richtung Senftenberger weitgehend fertig gestellt. Dafür ist der Radweg gesperrt worden. Und das ärgert Christine Bonni aus Kleinkoschen. "Viele ältere Bürger, die nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs sind, nutzen den Weg für ihre Spaziergänge", erklärt sie. Der Umweg über das Tunnelbauwerk hinweg um die Großbaustelle herum sei unzumutbar. Deshalb liefen Bürger auch durch die Baustelle. Und das sei sehr gefährlich. "Wenigstens ein Weg für die Radfahrer und Fußgänger könnte doch offen gelassen werden", sagt die Kleinkoschenerin.

Der Bauablauf erfordere, dass der Weg gesperrt werde. Das erklärt Bernd Balzer, der Projektleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen BergbauVerwaltungsgesellschaft (LMBV). Die schwere Technik müsse auf engstem Raum bewegt werden. Vorgeschriebene Sicherheitsabstände sind einzuhalten. Denn auch die gewaltige Böschung des Kanals wird derzeit befestigt. Und das ist jetzt notwendig. Von beiden Seiten halten drei bis vier Meter hohe, steile Gabionenwände die Kanalböschungen. "Das ist notwendig, um den enormen Druck von der Straße und die Schubkräfte der Böschung abzufangen", erläutert der Projektleiter. Für diese aufgestapelten Steinkörbe werden aus dem Steinbruch im nahe gelegenen Schwarzkollm hohe Tonnagen angeliefert. Auch für die notwendigen Erdtransporte sind die Platzverhältnisse am künftigen Kanaleinlauf des Senftenberger Sees in den schiffbaren Überleiter denkbar knapp.

"Ende November soll die Mühlenstraße freigegeben werden", sagt Balzer zum Zeitplan. Bis dahin sei die große Umleitung unvermeidbar. Der Bergbausanierer bittet die Bürger dafür um Verständnis. Die Bauleute arbeiteten am Überleiter 12 sehr zügig - am Elsterbett, das in Kürze umgeleitet werden muss, derzeit auch an den Wochenenden.

Der Baufortschritt an der Mühlenstraße ist ersichtlich. Die neuen Versorgungsleitungen liegen im Straßenbett. Die Randborde sind gesetzt. Der Einbau des Asphaltes soll Mitte des Monats erfolgen, so das Wetter dies zulässt. Die Radwege werden in die neue Wegeführung eingebunden. Eine Aussichtsplattform am Rande der Mühlenstraße soll später errichtet werden und den neugierigen den Blick auf den neuen Wasserlauf freigeben.

Der Durchstich und damit Anschluss des Kanals an den Senftenberger See soll im kommenden Frühjahr hergestellt werden. Dann wird auch der Radweg aus Richtung Hoyerswerda durch den bereits fertig gestellten Tunnel unter der Bundesstraße 96 zum See weitergeführt.