Bei den unbestätigten neuen Vorwürfen geht es um das Ergebnis einer toxikologischen Untersuchung von Blutspuren, wonach Maddie durch eine Überdosis eines Schlafmittels zu Tode gekommen sei.
Unterdessen haben Sozialarbeiter die Familie in ihrem Haus in Rothley besucht, um mit ihnen über das Wohlergehen ihrer zweijährigen Zwillinge Sean und Amelie zu reden. Gerry und Kate McCann hätten nach ihrer Rückkehr aus Portugal mit den Behörden selbst Kontakt aufgenommen, sagte eine Familiensprecherin der „Times“ . Nach einem Bericht des „Daily Mirror“ haben Spürhunde Blutspuren in einer Wohnung in der Nähe des Ferienappartements entdeckt, aus dem Madeleine am 3. Mai verschwunden war. Die Spuren würden in einem Labor in Großbritannien untersucht, und die Polizei in Portugal warte auf das Ergebnis. „Die Tatsache, dass die Hunde Madeleines Geruch in der Wohnung aufgenommen haben, ist sehr wichtig“ , zitierte der „Daily Mirror“ Luis Sequeira von der portugiesischen Polizei. Nach dem Zeitungsbericht geht die Polizei davon aus, dass Madeleines Leiche vorübergehend in der Wohnung versteckt wurde.
Die McCanns haben für die Zwillinge Vorbereitungen getroffen, falls sie zu weiteren Vernehmungen nach Portugal zurückkehren müssen. Eine Tante werde sich dann um die Kinder kümmern, berichtete die „Times“ . Ein Gericht muss bis Donnerstag nächster Woche entscheiden, ob genügend Beweise vorliegen, um eine weitere Vernehmung der McCanns anzuordnen. Das Ehepaar wurde vor einer Woche zu Verdächtigen im Fall des Verschwindens ihrer Tochter erklärt. Die McCanns wollen auch nach ihrer Rückkehr nach England weiter nach ihrer Tochter suchen. „Für Kate und mich gibt es keine Beweise, dass Madeleine tot ist“ , zitierte die „Sun“ Gerry McCann gestern.
Beide Elternteile kommen aus Arbeiterfamilien. Gerry wuchs im schottischen Glasgow als eines von fünf Kindern auf, während Kate aus Liverpool im Nordwesten Englands stammt. Seit Maddies Verschwinden stand die Familie den beiden bei der Suche nach ihrer Tochter zur Seite. Gerrys Schwester Philomena McCann wandte sich an den britischen Premierminister Gordon Brown, ein entfernter Cousin verteilte beim Uefa-Cup-Finale im Mai 50 000 Informationsblätter mit Details zum Fall Madeleine. (dpa/AFP/jt)