Rund 2000 Spielsachen und Knuddeltiere, die als Zeichen der Hoffnung in Madeleines englischem Heimatort Roth ley niedergelegt wurden, sollten nach Weißrussland geschifft werden, sagte eine Verwandte der McCanns gestern. Das Spielzeug wurde mit den gelben Hoffnungsbändchen im Sommer von dem Denkmal in Rothley entfernt und jetzt von Dorfbewohnern gewaschen und verpackt. Jedes Teil ist mit einem Bild von der vier Jahre alten Madeleine versehen.
Am Vortag hatte sich der Hinweis auf ein in Marokko fotografiertes Mädchen als falsche Spur herausgestellt. Das Mädchen einer Berberfamilie war gestern in fast allen großen Zeitungen Großbritanniens zu sehen, nachdem Journalisten in das entlegene Dorf gereist waren. Die portugiesische Polizei hatte dieser Spur keine Bedeutung beigemessen und sie als "unglaubwürdig" eingestuft.
Die Ermittler gehen weiterhin von der Annahme aus, dass Madeleine durch einen Unglücksfall in der Ferienwohnung der Familie McCann an der Algarve in Südportugal zu Tode kam und dass die Eltern die Leiche versteckten. Kate und Gerry McCann sind Verdächtige in dem Fall. Carlos Anjos, Präsident der portugiesischen Polizeigewerkschaft, sagte der spanischen Zeitung "El País": "Die McCanns kreieren jeden Tag neue Geschichten in den Medien. Das sind Ablenkungsmanöver."
Die Polizei wies nach Angaben der Lissabonner Zeitung "Diário de Notícias" Spekulationen zurück, die Suche nach der Leiche des Mädchens aufgegeben zu haben. (dpa/uf)