Ob Festbeleuchtung auf dem Weihnachtsmarkt oder das Feuerwerk in der Silvesternacht: Die dunkle Jahreszeit bringt für Fotografen viele schöne Motive und auch Herausforderungen mit. Aus der Hand gelingen Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen oft nicht, die lange Belichtungszeit sorgt für Unschärfen. Abhilfe in solchen Fällen schaffen Stative.

Nützlich sind sie aber auch in anderen Situationen - zum Beispiel, wenn sich der Fotograf im Kreis von Freunden oder Familie mit Selbstauslöser ablichten möchte. Behelfslösungen liefern da oft nicht so schöne Ergebnisse. "Wenn man die Kamera auf eine Mauer legt, ist davon oft ein Stück im Bild", sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. "Und wenn man sie so weit nach vorne schiebt, dass nichts mehr davon zu sehen ist, fällt sie leicht mal runter."

Bildsituation entscheidet. Grundsätzlich ist beim Kauf vor allem die Situation entscheidend, in der das Stativ später eingesetzt werden soll. "Wenn Sie jetzt auf Weihnachtsmärkten fotografieren wollen, brauchen Sie ein Einbeinstativ, sonst stolpern die Leute über Sie", sagt Clauß. Diese Monopods seien auch für Sportler die beste Wahl: "Skifahrer und Snowboarder haben Einbeinstative, die sie mit der Kamera nach unten halten und dann filmen, wie sie die Pisten runterbrettern."

Für Fotos mit dem Makroobjektiv ist es dagegen wichtig, dass sich die Kamera auf einem Stativ nach unten schwenken lässt. Bei Serienaufnahmen, die später zu Panoramabildern zusammengefügt werden, müssen Standpunkt und Höhe der Kamera möglichst unverändert bleiben.

Beratung im Fachhandel suchen. Damit die Kamera auch zum Stativ passt, empfehlen Experten den Kauf im Fachhandel: "Wer wenig Ahnung hat, kann sich hier Beratung kaufen", sagt Ralph Bußkamp von der Freien Vereinigung von Amateur-Photographen zu Hamburg. Für den Kauf im Geschäft spricht auch, dass man das Stativ vor dem Kauf anfassen kann, sagt Constanze Clauß: "Im Netz lesen Sie 'Gewicht drei Kilo', können sich darunter aber wenig vorstellen." Sie rät daher auch dazu, die eigene Ausrüstung mitzunehmen und im Laden auszuprobieren, welches Stativ am besten dazu passt.

Maximale Traglast und Höhe beachten. Jedes Stativ hat eine maximale Traglast. Gerade Einsteiger wählen am besten eins, das etwas mehr als die aktuelle Kamera aushält - denn so ist noch Luft nach oben, wenn Hobbyfotografen auf ein größeres Modell wechseln oder ein schweres Zoomobjektiv kaufen wollen.

"Das Stativ sollte so hoch sein, dass ich in den Sucher schauen kann, ohne mich zu bücken", rät Amateurfotograf Bußkamp.

Ausreichend großer Kugelkopf. Eine entscheidende Rolle spiele der Kugelkopf, die Verbindung zwischen Stativ und Kamera. "Dafür sollte man ungefähr die Hälfte des Geldes ausgeben. Wenn der Kugeldurchmesser groß genug ist, hält der alles." 30 bis 40 Millimeter empfiehlt Bußkamp daher mindestens. Das sei vor allem bei Aufnahmen im Hochformat wichtig, da der Kugelkopf einseitig belastet werde.

Wie viel ausgeben? Taugliche Dreibeinstative gibt es schon für rund 100 Euro, Luxusstative aus teurem Material kosten deutlich mehr. Einstiegsmodelle sind dagegen oft sogar noch günstiger: "Ein Tischstativ für eine leichte Digitalkamera hilft in vielen Situationen und ist schon für 25 Euro zu haben", erklärt Clauß.

Ähnlich sieht das auch Peter Knaak von der Stiftung Warentest: Für manche Situationen reiche schon ein flexibles Klemmstativ für um die 20 Euro, das sich aufstellen oder anderweitig befestigen lässt, zum Beispiel an einem Laternenpfahl. "Wenn man ein schweres Teleobjektiv verwendet, muss das Stativ dagegen absolut steif sein, da sollte man nicht sparen."

Für und Wider Gebrauchtkauf. Skeptisch ist Clauß beim Gebrauchtkauf: "Das Material kann ermüden, vielleicht hat das Stativ einen Schlag bekommen, so etwas sehen Sie nicht." Wie bei anderen Produkten könne man zwar Schnäppchen machen, aber auch deutlich zu viel bezahlen. Bußkamp sieht das dagegen nicht so eng. Wirklich ermüden könnten am Stativ eigentlich nur die Klemmen, mit denen die ausgezogenen Beine fixiert werden.

Alternativen für unterwegs. Nicht immer braucht es zum Fixieren der Kamera teures Zubehör. Ralph Bußkamp hat bei seinen Reisen zum Beispiel immer einen alten Lederbeutel dabei. Den könne man mit Sand füllen und die Kamera darauf ablegen: "Zur Not tut es sogar eine Plastiktüte, und als Füllung hatte ich auch schon Reis und sogar Haselnüsse."