Bröselnder Beton bis hin zu Löchern und Rillen: Der Zustand vieler Geh- und Radwege in der Lübbenauer Neustadt ist schlecht. Dabei sind sie deutlich jünger als viele der Passanten, die sich auf ihnen voranquälen. „Meine 93-jährige Mutter ist auf den Rollator angewiesen. Der macht auf diesen Wegen ungewollt Luftsprünge oder bleibt stecken“, beschreibt Evelyne Lungwitz die Situation zwischen Geschwister-Scholl- und Otto-Grotewohl-Straße. Gesunde Menschen würden daran kaum Anstoß nehmen, ihnen fallen die Schäden nicht zur Last.

In der Stadtverwaltung ist der Zustand dieser und anderer Wege bekannt. Schritt für Schritt werde das Netz, wo sinnvoll, repariert. So sind in diesem Jahr in der Robert-Koch-Straße beispielsweise in Höhe des Medizinischen Zentrums mehrere Betonplatten ersetzt worden. Gleiches ist für die Goethestraße geplant – abhängig von der Fertigstellung des Kita-Baus. Im vergangenen Jahr sei Ähnliches geschehen in der Humboldtstraße, in der Geschwister-Scholl-Straße, der Straße des Friedens und der Werner-Seelenbinder-Straße. „Allerdings muss man auch sagen, da, wo mittelfristig neu gebaut oder saniert werden soll, lohnen sich Reparaturen nicht“, sagt der Leiter des Fachbereiches Bau, Hartmut Klauschk. Pro Jahr gibt die Stadt zwischen 10 000 und 20 000 Euro für Weg-Reparaturen aus.

Deutlich größer ist der Batzen Geld, der in den Neubau fließt. Der ist Bestandteil der insgesamt sieben bis acht Millionen Euro, die die Stadt jährlich investiert.

Im vergangenen Jahr zählten der Weg an der Berliner Straße ebenso dazu wie der Rad- und Gehweg zwischen Kreisverkehr und Rudolf-Breitscheid-Straße. Nach Bürgerprotesten hat die Stadt zudem den Verbindungsweg zwischen Richard-Wagner-Straße und Robert-Schumann-Straße hergerichtet. Unterm Strich gab die Stadt gut 400 000 Euro aus. Größtes Vorhaben in diesem Jahr ist der Weg zwischen Zerkwitzer Hauptstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße, der Ende November komplettiert wird. Zudem wird ein Weg hinter dem Kolosseum in der Robert-Schumann-Straße erneuert. Gesamtkosten für 2011: Gut 640 000 Euro.

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Zum ThemaEines der größten Lübbenauer Bauvorhaben für 2012 wird eine Geh- und Radweglücke an der L 49 schließen – der Kreisverkehr an der Geschwister-Scholl-Straße. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 1,3 Millionen Euro. Teile davon sind Fördermittel vom Land oder Geld vom Landesbetrieb Straßenwesen. Der Kreisel wird im kommenden Jahr jedoch nur gebaut, wenn seine Fertigstellung bis zum Brandenburgtag im September sichergestellt ist.