Am 12. Dezember sollen die Hüllen vor den Gebäuden am Markt 30/31 fallen. Noch arbeiten die Handwerker fleißig, um die prachtvollen Fassaden in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. „Das Ensemble mit den reich verzierten barocken Stuckfassaden prägt diesen Teil des Luckauer Marktplatzes in besonderer Weise“, sagt Alkmene Fischer vom Luckauer Bauamt. So verweise die mit Ranken überzogene Stuckfassade am Haus Nummer 30 auf italienische Stuckateure, „die um 1700 auch am Hof von Dresden sowie Warschau tätig waren“, erläutert sie. Der gotische Ursprung des beim Stadtbrand 1666 schwer beschädigten Hauses sei im Inneren bis ins erste Stockwerk erhalten geblieben. „Gotisches Mauerwerk mit Originalfugen ist dort sichtbar“, so Alkmene Fischer. Am Nachbarhaus Nr. 31 sei das Mansardwalmdach mit einer Fledermausgaube besonders auffällig. Seit 1928 werde es als Sparkasse genutzt.

Über der Nonnengasse befinde sich eine Verbindung zum Haus Nummer 32. Durch die Gasse führe der Weg zum Sparkassenhof, wo um 17 Uhr der Vorstandsvorsitzende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, Johannes Werner, das Kalendertürchen öffnen wird. „Eine Ausstellung im Foyer der Kulturkirche informiert über die Sanierung. Es finden Führungen durch das Gebäude statt“, so Alkmene Fischer.

Bereits um 16 Uhr beginnt die zweite „Luckauer Glühweinmeile“. Vereine der Stadt präsentieren sich im Sparkassenhof und gestalten ein musikalisch-kulturelles Programm. Weil es vom Hof der Sparkasse nur wenige Schritte bis zum Niederlausitz-Museum in der Kulturkirche und dem Museum für Humor und Satire im Kreisarchiv sind, haben beide Museen an diesem Tag von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

In Dahme wird am 16. Dezember das Bürgerhaus in der Hauptstraße 16 um 15 Uhr seine Türen für interessierte Besucher öffnen. „Es wurde 1802 als zweigeschossiges Fachwerkgebäude errichtet. 1920 befand sich darin das Kolonialwarengeschäft der F.A. Haberland. Auch die Kreissparkasse betrieb in dieser Zeit hier eine Filiale“, informiert die Kulturverantwortliche Ursel Ochs von der Amtsverwaltung. Später habe Otto Gericke darin seinen Laden betrieben und 1933 Richard Harnisch im Hofbereich eine Likör- und Mineralwasserfabrik errichtet, ergänzt sie.

Bis Ende Oktober erfolgten am und im Gebäude umfangreiche Sanierungsarbeiten. Jetzt präsentiert sich das Haus mit repräsentativer Fassade in der Dahmer Innenstadt. „Außergewöhnlich sind die Innenraumfassungen, die vor allem im Treppenhaus und im Eingang zu sehen sind. Reiche Wand- und Deckenbilder, Schnitzereien sowie ein beachtenswertes Bleiglasfenster im Treppenhausabsatz lassen die hochwertige Ausstattung erkennen“, hebt Ursel Ochs Merkmale hervor. Die historischen Öfen und Fußböden seien ebenfalls Zeugnisse hoher Baukunst.

Nach dem musikalischen Auftakt mit dem Weihnachtsmann um 15 Uhr wird der Eigentümer und Bauherr Thoralf Schenke das Gebäude um 15.15 Uhr öffnen. Anschließend führt er mit der Architektin durch das Haus.