Bei zwei Flugschau-Unglücken sind in England und in der Schweiz mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Am Samstag stürzte zunächst bei der Shoreham Airshow in der Nähe von Brighton ein historischer Militärjet nach einem missglückten Looping auf eine Straße. Nach bisherigen Abgaben starben sieben Menschen. Am Sonntag kollidierten dann in der Schweiz zwei Maschinen der deutschen Sportflieger-Formation Grasshoppers aus Eschbach in Baden-Württemberg in der Luft. Sie stürzten ab. Dabei starb laut Polizei ein Pilot - die Flugshow am Flugplatz von Dittingen bei Basel wurde nach dem Unglück abgebrochen.

In Großbritannien hielt es die Polizei für möglich, dass die Zahl der Toten noch steigt: Zwischen Flugzeug- und Autotrümmern könnten noch Opfer liegen. Unter den Opfern sollen zwei Fußballer aus dem nahe gelegenen Städtchen Worthing sein und ein 24 Jahre alter Personal Trainer. Sie waren nicht einmal Zuschauer der Shoreham Airshow bei Brighton, sondern einfach nur im falschen Moment auf der Straße neben dem Flugplatz unterwegs. Auch eine Hochzeitslimousine soll es getroffen haben, die auf dem Weg zu einem Brautpaar war. Konkrete Berichte über Vermisste gab es nicht. Tausende hatten das Schaufliegen in Südengland am Samstag verfolgt, Augenzeugen beschrieben einen großen Feuerball und herumfliegende Trümmer. 15 Menschen wurden verletzt, darunter auch der Pilot.

Airshows sind beliebt bei den Briten und ein Ausflugsziel für die ganze Familie. Von Frühjahr bis in den Spätherbst hinein findet ständig irgendwo eine statt. Das Unglück von Shoreham wirft unweigerlich die Frage auf, ob die Schauflüge der historischen Maschinen, die zu Gedenk- und Feiertagen auch gern über den Buckingham-Palast in London hinwegrauschen, eigentlich sicher sind. Es ist eine Frage, die jedes Mal gestellt wird, wenn bei einer Flugschau etwas schief geht.

Bei dem Unglück in der Schweiz soll ein zweiter Pilot mit dem Fallschirm abgesprungen sein. Laut "Basellandschaftlicher Zeitung" kam es zu der Kollision bei einem Kurvenflug der Grasshoppers-Dreierformation: Eines der Flugzeuge sei mit dem Heck eines anderen kollidiert. Eine der Maschinen sei in eine Art Scheune mitten im Dorf Dittingen gestürzt. Das dritte Flugzeug sei zunächst über der Unglücksstelle gekreist, dann aber gelandet.