Die Schulsozialarbeiter, die an den Schulen des Landkreises Spree-Neiße tätig sind, können auf eine Lösung der Finanzierungsproblematik hoffen. "Ich denke, es wird eine fraktionsübergreifende Lösung im Kreistag geben", sagte Andreas Petzold (SPD), Vorsitzender des Kultur- und Bildungsausschusses, am Dienstag in einem Gespräch mit der RUNDSCHAU. "Wir brauchen die Schulsozialarbeiter", so Petzold.

Die Schulsozialarbeit muss eigentlich von den Kommunen bezahlt werden. Die Ausgaben dafür werden jedoch bisher als freiwillig eingestuft. In den Sparhaushalten der Kommunen sind sie jedoch kaum realisierbar. Die Stellen der Pädagogen, die zumeist an den Oberschulen tätig sind, werden bisher vom Landkreis Spree-Neiße über Bundesmittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket 2011 zur Verfügung gestellt. Doch 2014 gibt es diese Förderung nicht mehr. Daher droht die Streichung der Stellen zum 31. Dezember dieses Jahres.

Im Kreistag hatte Landrat Harald Altekrüger (CDU) bereits angekündigt, dass man die Kosten für die Schulsozialarbeiter in den Haushalt für das kommende Jahr einplanen werde.

SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Petzold erachtet das Angebot der Schulen nicht als freiwillige Leistung. "Wir sehen das als Pflichtaufgabe an", sagte er. "Besonders für Schüler mit Defiziten in den Schlüsselkompetenzen sind sie eine wichtige Stütze."

Dem kann auch Diethelm Pagel, der Linken-Fraktionsvorsitzende, zustimmen. "Die Schulsozialarbeiter leisten wichtige Vertrauensarbeit unabhängig von den Lehrkräften", sagte er. "Mit ihnen würde sonst eine gute Flanke in der Begleitung der Kinder wegbrechen. Wir haben deshalb die Ankündigung des Landrates erfreut zur Kenntnis genommen", so Pagel.

Dennoch wünscht man sich Abhilfe aus Berlin oder Potsdam. "Wir hoffen, dass Bund oder Land hier eine langfristige Lösung schaffen", sagte SPD-Mann Petzold. "Wir werden deshalb auch über unsere Bundestagskandidaten Einfluss nehmen."

Um eine Mehrheit im Kreistag zu erreichen, reichen jedoch die Stimmen von SPD und Linke nicht aus. Immerhin zeichnet sich bei einigen anderen Kreistagsabgeordneten eine Zustimmung zur Lösung mit der Einstufung als Pflichtaufgabe ab. "Ich stehe den Vorschlägen gegenüber offen", sagte Kerstin Leutert-Glasche (Fraktion Freie Bürger). Die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses betont ebenfalls die Wichtigkeit der Schulsozialarbeiter. "Es kommt aber auch darauf an, ob die Stellen qualitativ gut besetzt sind", mahnte sie.

Lob für die Arbeit der Sozialarbeiter findet auch Michael Haidan (CDU). "Das ist bisher sehr gut gelaufen", sagte er am Montag. Auch seine Fraktion sei für den Fortbestand der Maßnahmen. "Wir müssen Mittel und Wege finden, wie wir das weiterführen können", so Haidan. Jedoch setze er dabei auf die Kreisverwaltung. "Die arbeiten derzeit daran, eine Lösung zu finden. Wir wollen sie da auch arbeiten lassen", sagte er. Haidan kündigte an, dass das Thema bei der Vorbereitung der CDU-Fraktion zur nächsten Kreistagssitzung besprochen werden solle.

In Forst hatten im September Eltern und Schüler an der dortigen Gutenberg-Schule gemeinsam Unterschriften für den Erhalt der Schulsozialarbeit gesammelt. Auch der Schulleiter hatte sich für einen Erhalt ausgesprochen. "Wenn wir keine Regelung finden, ist das eine Katastrophe", sagte Peter Bode. "Die Schulsozialarbeit hat dazu beigetragen, dass sich die Schule in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat."

Die Schulsozialarbeiter kümmern sich zum Teil nicht nur um Schülerprojekte, wie Fahrten zum Bundestag oder die Schülerfirmen. Auch Kinder mit einem speziellen Betreuungsplan werden von ihnen begleitet.

Im Landkreis sind sechs Schulsozialarbeiter-Stellen betroffen. SPD-Fraktionsvorsitzender Petzold schätzt die Aufwendungen, um alle zu erhalten, auf eine Summe von mehr als 200 000 Euro pro Jahr.