Klar, an erster Stelle will er Geld verdienen, sagt Jens Fiedler unumwunden. Er betreibt zwei Herren-Bekleidungsgeschäfte im Blechen-Carré. „Bei den Studenten ist schon Geld da. Das sollen sie ruhig in Cottbus ausgeben.“

Dabei sind die Studenten ein bislang noch unterschätzter Wirtschaftsfaktor. Allein die BTU besuchen 7000 Studierende, an der Hochschule Lausitz sind es nochmals rund 3500. Aber in der Innenstadt sind sie kaum anzutreffen. Deshalb ist Geschäftsmann Fiedler zu den Studenten gegangen. Bei den Mitgliedern der Studentenorganisation Sife an der BTU hat er für die Rabatt-Idee die richtigen Partner gefunden. „Das ist einfach eine gute Sache“, sagt Leroy Range. „Alle Seiten gewinnen.“ Denn auch darum geht es Jens Fiedler: „Die Studenten sollen mit offenen Augen durch die Stadt gehen.“

13 Gewerbetreibende vom Frisör über den Kneipier bis hin zum Fahrradhändler sind dabei. Bislang jeweils einer jeder Branche. Die Studenten ließen Flyer und Plakate drucken, die sie an der Universität und der Hochschule gleichermaßen verteilten. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir die Aktion im nächsten Jahr erweitern wollen“, sagt Leroy Range. Dabei können die beteiligten Geschäfte nicht nur mit Rabattten punkten. Denn auf den Flyern haben die Studenten gleich vermerkt, welche Sprachen bei den Händlern gesprochen werden, schließlich sind beide Hochschulen international. Tatsächlich ist nur ein Geschäft mit einem einsamen Deutschlandfähnchen auf den Flyern vermerkt. Im Mosquito werden nicht nur die meisten Sprachen geboten, Inhaber Thomas Schröder hat für die Studenten gleich eine eigene Karte entwickelt. Die gibt's allerdings nur montags ab 19 Uhr. „Es funktioniert“, sagt Schröder. Die Studenten sparen und das Haus füllt sich auch an dem ansonsten eher mäßig besuchten Montagen. „Aber nicht nur das“, betont Schröder. „Das Publikum tut auch der Innenstadt gut.“

Das bestätigt auch Katrin Erb von der Industrie- und Handelskammer in Cottbus. „Bislang merkt man gerade einmal der Ebertstraße an, dass Cottbus eine Universitätsstadt ist“, sagt sie. Dieses besondere Flair sollte noch viel verbreiteter werden. Die Rabatt-Aktion als Lockmittel für die Studenten sei ein hervorragendes Instrument dafür. „Aber es ist viel mehr als nur ein gutes Geschäft, es ist auch gutes Marketing für die Stadt selbst.“