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| 01:22 Uhr

Lobbyarbeit für Elbe-Elster

Mit 19 Projekten will die Energieregion Lausitz GmbH ihre Arbeit aufnehmen (die RUNDSCHAU berichtete). Auch der Elbe-Elster-Kreis konnte sich mit einigen Vorhaben in die vorderen Plätze der gemeinsamen Liste einbringen. Von Bodo Baumert

Arbeitsgruppen der Energieregion, die als gemeinsame Ebene der Landkreise Elbe-Elster, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald sowie der Stadt Cottbus fungiert, hatten im vergangenen Jahr Projekte zusammengetragen, für die man gemeinsam in Potsdam und Berlin werben will. Elbe-Elster war federführend im Bereich Klimaschutz und Entwicklung des ländlichen Raumes. Die vorgeschlagenen Projekte wurden nun zusammengetragen und die wichtigsten in eine gemeinsame Liste aufgenommen. In Cottbus wurde diese nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Im Elbe-Elster-Kreis will der zuständige Dezernent Eberhard Stroisch in der kommenden Woche den Kreistag informieren. Nicht alle gewünschten Projekte wurden aufgenommen. Dennoch zeichnet sich bereits ab, dass Elbe-Elster profitieren kann:Ausbau B 87: Die "Anbindung der Westlausitz an das Netz der Autobahnen" hat die Energieregion an erste Stelle gesetzt. So soll noch einmal Druck für den Ausbau der B 87 vom Leipziger Rand bis in den Spreewald gemacht werden. "Die Vernunft muss einfach her", hatte Iris Schülzke als Vorsitzende des Städtebundes Elbe-Elsteraue zuletzt noch einmal gefordert. Jetzt scheint massive Lobbyarbeit der Energieregion sicher. Hafen Mühlberg: Der Ausbau steht auf Platz drei der geplanten Infrastrukturprojekte, noch vor der Erweiterung des Hafens Königs Wusterhausen. Trotz der Querelen um den Pachtvertrag sieht die Energieregion den Hafen als wichtigen Standortfaktor, auch für die Produktion von Windrädern. Hybridkraftwerk Lausitz: In unmittelbarer Nähe zum Besucherbergwerk F60 soll ein völlig neuartiges Kraftwerk entstehen, das Windräder, eine Photovoltaikanlage, Biogas und ein Pumpspeicherkraftwerk verbindet, und so eine Stromquelle schafft, die die Nachteile ihrer Einzelkomponenten ausgleicht. So soll ein Kraftwerk entstehen, das ähnlich grundlasttauglich wie ein Kohlekraftwerk ist. "Das ist ein Vorzeigeprojekt für die ganze Region und stärkt den Wirtschaftsstandort und den Großraum Finsterwalde", hofft Gottfried Richter (parteilos). Die Aufnahme in die Liste der Energieregion sei auch eine Bestätigung für das Projekt, das in den kommenden Jahren gemeinsam mit dem von der Energieregion unterstützten Kompetenzzentrum "Hybridkraftwerke und Energiespeichersysteme" in Cottbus vorangebracht werden soll. Wirtschaftliche Nutzung von Energietrassen: Auch dieses Projekt gehört zu den Ideen, die federführend durch den Elbe-Elster-Kreis eingebracht wurden. Ziel ist die wissenschaftliche Untersuchung, wie der bisher ungenutzte Raum unter den Hochspannungsleitungen in der Region zur klimafreundlichen Energiegewinnung genutzt werden kann. Geprüft werden soll, ob unter den Trassen Energiepflanzen angebaut werden können, die dann etwa in Biomassekraftwerken genutzt werden können. Pilotprojekt zum Einsatz von Klärwasser für Energiepflanzen: Das gereinigte Wasser kommunaler Kläranlagen wird bisher einfach nur zurück in den Wasserkreislauf gegeben. "Dafür zahlen die Kommunen sogar noch Geld", wundert sich etwa Andreas Claus, Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück. Er will, wie auch andere Kommunen, das Wasser zur Bewässerung von Energiepflanzen nutzen. Das Pilotprojekt der Energieregion könnte den Weg dafür ebnen.Tourismus und Energie: Bei vielen weiteren Projekten ist der Elbe-Elster-Kreis involviert, so mit den Energieorten Uebigau-Wahrenbrück und Lichterfeld-Schacksdorf. Aber auch von der geplanten "Qualitätssicherung des Radfernwegenetzes", dem neuen "Destinationsmanagementkonzept" oder der geplanten "Evaluation der Energiekosten" wird der Kreis profitieren.