Als am 19. Dezember 1966 Ehm Welk im Alter von 82 Jahren in Bad Doberan verstarb, vollendete sich ein erfolgreiches, aber auch sehr wechselvolles, Leben.

Der am 29. August 1884 in Briesenbrow bei Angermünde geborene Emil Gustav Welk, wie sein korrekter Geburtsname heißt, konnte nicht ahnen, dass er eines Tages die Tätigkeiten Kaufmann, Volontär, Redakteur, Schriftsteller, Volksschuldirektor und Professor in seinen Lebenslauf eintragen würde. Ehm Welk absolvierte eine kaufmännische Ausbildung in einer Weingroßhandlung in Stettin. Im Jahr 1904 wandte er sich von der Registrierkasse mehr dem Journalismus zu und arbeitete bei Stettiner Zeitungen. Mit Erfolg, wie sich bald zeigte, denn bereits 1909 wirkte er als Chefredakteur der „Stolper Neuesten Nachrichten“.

Welk „Im Morgennebel“

Seine schriftstellerischen Fertigkeiten zeigte Ehm Welk wenige Jahre später mit dem Roman „Im Morgennebel“, wo er die Erlebnisse der Novemberrevolution in Deutschland verarbeitete.

1934 wurde Ehm Welk nach dem kritischen Artikel „Auf ein Wort, Herr Minister“ über die Pressezensur unter dem nationalsozialistischen Propagandaminister Joseph Goebbels verhaftet und im Konzentrationslager Oranienburg interniert. Der internationalen Solidarität ausländischer Arbeitskollegen ist es zu danken, dass Ehm Welk wieder entlassen und nur mit einem Berufsverbot belegt wurde. Nach absolutem Schreibverbot durfte er später nur noch „unpolitisch“ schreiben.

Am 1. April 1935 siedelte Ehm Welk mit seiner Frau Agathe Lindner-Welk nach Lübbenau in die Dammstraße 26 über. Heute erinnert an diesem Lübbenauer Gebäude eine Gedenktafel an den Aufenthalt des Schriftstellers. Hier entstanden die Romane „Die Heiden von Kummerow“ (1937) und „Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer“ (1938). Noch heute können sich Lübbenauer Einwohner an den Schriftsteller erinnern. „Ich sah als Kind Ehm Welk sehr oft im Lübbenauer Schlosspark spazieren gehen“, so die 81-jährige Ilse Müller aus der Lübbenauer Altstadt.

Nach dem Umzug nach Stettin folgte 1943 der Fortsetzungsroman „Die Gerechten von Kummerow“. Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges lebte Ehm Welk anfangs in Schwerin. Er gründete Volkshochschulen in Mecklenburg und wurde Direktor einer Volksschule in Schwerin. Erst 1950 zog er nach Bad Doberan und widmete sich verstärkt dem Schreiben. Sein schriftstellerisches Wirken wurde 1961 mit dem Nationalpreis der DDR gewürdigt. Er wurde Ehrenbürger von Bad Doberan und Angermünde. 1956 wurde Ehm Welk die Ehrendoktorwürde verliehen. Neun Jahre später wurde er Professor der philosophischen Fakultät der Universität Greifswald.

Die Lübbenauer haben ihren volksnahen und beliebten Schriftsteller nicht vergessen. Seit 1970 erinnert die Ehm-Welk-Straße in der Lübbenauer Altstadt an den einstigen schreibenden Einwohner. Auch eine Dorfstraße im Lübbenauer Ortsteil Groß Klessow trägt seinen Namen.

Namen verliehen

Im Jahr 1999 bekam die ehemalige Realschule, heute ist es die Oberschule, den Namen des Schriftstellers verliehen. „Unsere Schülerinnen und Schüler halten mit vielen Initiativen und Aktivitäten die Erinnerungen an den beliebten Schriftsteller Ehm Welk wach“, sagt Schulleiterin Gabriela Lehmann.