War dieser Zustimmung zunächst im Kreisausschuss eine Stimmenthaltung vorausgegangen, so beließ es der Fraktionschef im Kreistag bei einem nochmaligen Appell, die Höhe der Dispozinsen nicht zulasten der Schwächsten zu gestalten. Er erinnerte an den Beschluss des Kreistages vom Dezember 2012. Danach hatte sich eine Mehrheit von 30 zu 19 Stimmen für einen Auftrag an den Landrat als Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Sparkasse Elbe-Elster sowie die Kreistagsmitglieder im Verwaltungsrat ausgesprochen. Sie sollten sie sich für einen Dispositionskredit bei den Privatgirokonten einsetzen, der nicht höher als acht Prozent über dem Leitzins liegt.

Mehr als 96 Prozent der Kunden der Sparkasse Elbe-Elster würden im Bedarfsfall - bei einem Leitzins von derzeit 0,5 - mit einem Dispozins von 11,5 belastet, monierte Pfützner erneut. Es sei legitim, auf den Beschluss des Kreistages zurückzukommen, das habe nichts mit Wahlkampf zu tun. Joachim Pfützner räumte ein, dass es in der Vergangenheit eine Senkung von ehemals mehr als 13 Prozent gegeben habe. Auch die von Sparkassen-Chef Jürgen Riecke zuvor in der Fraktionssitzung der Linken dargestellten Konto-Modelle, in denen es Zinssätze von 8,5 (Clever-Click) und 7,5 (S-Card-Plus) gebe, wobei die S-Card-Plus das Zielprodukt der Sparkasse sei, überzeugten ihn nicht vollends. Bei einem für die Gesamtbilanz der Sparkasse insgesamt unwesentlichen Feld, bleibe er bei der Frage, warum es für die Kunden nicht moderater zu gestalten sei.

Den beim Kreistag anwesenden Sparkassenvorstand Jürgen Riecke bei seinen Ausführungen im Blick, würdigte Pfützner ausdrücklich die Arbeit der Sparkasse und der Sparkassen-Stiftung zum Nutzen der Region. Indem er sich auf landesweite Forderungen auch aus den Reihen von CDU und CSU und die zuletzt veröffentlichte Analyse der Stiftung Warentest bezog, warb er für eine sachliche, nicht eine parteipolitische Bewertung des Sachverhaltes.