| 02:36 Uhr

LHC-Damen siegen "auswärts"

Kai-Uwe Weilmünster.
Kai-Uwe Weilmünster. FOTO: ski1
Cottbus. Die Cottbuser Handballerinnen starten mit einem 35:21 in die Brandenburg-Liga. Für Unmut sorgt aber der Spielort. Der LHC fühlt sich "vor die Tür gesetzt". Georg Zielonkowski / ski1

Gab es am Abend vor dem ersten Punktspiel der neuen Saison bei den Handball-Frauen des LHC Cottbus noch lange Gesichter, so herrschte tags darauf nach dem 35:21-Erfolg gegen Teltow-Ruhlsdorf pure Freude. Nicht schlecht staunten die Handballerinnen zunächst, als beim Abschlusstraining plötzlich Menschen in die Lausitz-Arena kamen, um dort ihre Sportgeräte aufzustellen. "Morgen ist hier kein Handball, hier findet ein Tischtennisturnier statt", hieß es. Für LHC-Trainer Kai-Uwe Weilmünster ein Unding: "Wir zahlen die meiste Hallenmiete und werden keine 24 Stunden vor dem Anpfiff vor die Tür gesetzt. Nicht nur wir, sondern auch unsere Junioren und die 2. Männermannschaft mussten zu ihren Punktspielen kurzfristig in die Poznaner Straße umziehen. So wird ein Heimauftakt schnell zum Auswärtsspiel."

Großen Respekt musste er seinen Damen aussprechen, die nach einem kurzen Abtasten in den ersten Minuten der Brandenburg-Liga-Partie ihren Vorsprung von der ersten eigenen Führung (4:3/6. Minute) über ein (15:9) zum Pausenstand von 20:12 ausbauten. Wobei das pfeilschnelle Konterspiel als geniales Mittel gegen längst nicht so flinke Gäste galt. So trafen Nancy Oelke, Nicole Ratzkow und Marlen Matthee geradezu nach Belieben. Was nicht zuletzt auch daran lag, dass die langen Anspiele zu den schon weit über die Mittellinie davongeeilten Mitspielerinnen immer wieder ganz präzise ankamen.

So war schon frühzeitig die Frage nach dem Sieger der Auftaktrunde beantwortet. Lediglich zehn Minuten vor dem Abpfiff musste der Coach des LHC bei einer Auszeit laut werden: "Da wurde nur noch gelaufen, die kämpferischen Tugenden haben mir in dieser Phase gefehlt. Dennoch war es eine insgesamt überzeugende Leistung, die mich in der Art doch leicht überrascht hat", gab Weilmünster zu.

Die LHC-Damen überzeugten mit einer sichtlich verbesserten Vanessa Woithe im Tor über die körperlich präsenten Leistungen ihrer Vorderleute in der Abwehr bis hin zur besten Torschützin Nancy Oelke, die elf Treffer setzte. Die im Vorjahr zweitbeste Werferin der Liga peilt nun den Spitzenrang dieser individuellen Wertung an: "Ich selbst will ja nicht im Mittelpunkt stehen, aber mit unserer nochmals verbesserten Mannschaft stimmt derzeit einfach alles, so dass auch ich mehr tolle Zuspiele bekomme. Damit könnte auch meine Trefferzahl noch ansteigen. Aber nun freuen wir uns erst einmal über den wirklich guten Start, den wir in der für uns völlig ungewohnten Halle hingelegt haben."