Wer besonders aufmerksam nach oben schaut, kann sich bis zu 30 Mal in der Stunde etwas wünschen: In den nächsten Tagen regnet es Sternschnuppen vom Himmel. Der Höhepunkt ist in der Nacht zum Donnerstag zu erwarten, wie Astronomen ankündigen. Grund für das Phänomen ist der Meteorstrom der Perseiden. Das sind abgelöste Stückchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle.

Am ganzen Himmel zu sehen

"Der Sternschnuppenschauer kommt dadurch, dass die Erde durch die Flugbahn des Kometen hindurchfliegt", erklärt Astronom Michael Hänel, der das Planetarium in Osnabrück leitet. Der Komet verliere auf seiner Bahn Staubkörner, die dann in der Erdatmosphäre verglühten. Astronomen sprechen von Perseiden, weil die Sternschnuppen dem Sternbild Perseus zu entströmen scheinen. Da das Erscheinen der Perseiden mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt, der im Jahre 258 das Martyrium auf einem glühenden Rost erlitt, werden sie im Volksmund auch Laurentiustränen oder Tränen des Laurentius genannt.

In dessen Richtung müssen Nachtschwärmer deswegen aber nicht unbedingt schauen: "Die sind am ganzen Himmel zu sehen", sagte Hänel. "Am besten sieht man sie in der zweiten Nachthälfte, weil Europa dann in die Flugrichtung der Erde schaut." Der Effekt: Die Sternschnuppen kommen quasi von vorne. 20 bis 30 Stück pro Stunde können Laien dem Experten zufolge sehen -tatsächlich dürften etwa 60 unterwegs sein.

Wie viele Sternschnuppen Beobachter sichten, hängt aber nicht nur von der Aufmerksamkeit ab: Wolken am Himmel oder ein voller, heller Mond könnten Himmelsgucker stören. In diesem Jahr herrschen allerdings günstige Bedingungen, denn am 14. August ist Neumond. "Der Mond stört diesmal so gut wie gar nicht", sagt Hänel.

Ob auch das Wetter in der Nacht zum Donnerstag mitspielt, ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch offen. "Die Modelle lassen verschiedene Deutungen zu", sagt ein DWD-Meteorologe. In Teilen Deutschlands seien Wolken möglich. Wegen der wohl anhaltenden Hitze könne es möglicherweise auch gewittern.

"Man darf aber hoffen", betont er. "Nach Dauerregen sieht es jetzt nicht aus." Zudem reiche beim nächtlichen Himmel-Gucken "ein leichtes Jäckchen", weil die Sommernacht recht lau sein dürfte.

Tatsächlich hängt aber nicht alles von dieser einen Nacht ab: Schon in den Nächten drumherum seien Sternschnuppen zu sehen, sagt Astronom Hänel. Und wie schaut es sich am besten? "Man sollte sich einen dunklen Ort suchen", rät er.

Regional gibt es allerdings besonders geeignete Stellen: Vor Jahren entdeckte Hänel beispielsweise den kleinen Ort Gülpe im Havelland 70 Kilometer westlich von Berlin als einen der dunkelsten Orte Deutschlands. Der Naturpark Westhavelland wurde im Februar 2014 von der International Dark Sky Association (IDA) zum ersten deutschen Sternenpark ernannt. Auch die Rhön eignet sich Experten zufolge wegen ihrer relativ dünnen Besiedlung gut zum Sternschnuppen-Beobachten, weil wenig andere Lichter stören.

Geminiden noch intensiver

Wer die Perseiden trotzdem verpasst, hat dieses Jahr aber noch mal die Chance auf ein Himmelsspektakel. "Es ist nicht der intensivste Sternschnuppenschauer", sagt Astronom Hänel. "Den haben wir mit den Geminiden am 14. Dezember." Die hätten allerdings einen Haken: "Da legt sich niemand so gern raus." Bereits am 8. Oktober sind die (schwächeren) Draconiden am Himmel.