Sie können sich von nichts trennen und wollen auf nichts verzichten. So geht es auch Bernd Krüger, wenn ihn Anrufe erreichen, die mitunter folgenden Wortlaut haben: "Bei uns im Kohleschuppen steht noch ein altes Motorrad. Sie können es sich ja mal ansehen.” Als Krüger vor etwa sechs Jahren daraufhin nach Großrössen fuhr, traute er seinen eigenen Augen nicht. Wie angekündigt, fristete inmitten eines alten Kohleschuppens eine Jawa 350 ihr trostloses Dasein. Der letzte Gang dieser Maschine schien nur noch zum Schrotthändler zu führen. "Sie sah schlimm aus, war ein reines Wrack”, blickt Krüger zurück. Einem inneren Instinkt folgend, nahm er die Maschine dennoch mit zu sich nach Hause. Was folgte waren 18 Monate intensiver Arbeit. Das tschechische Zweirad wurde komplett zerlegt, lackiert und wieder montiert. Mittlerweile ist die Jawa voll fahrtüchtig. Was ihr fehlt, sind nur noch gültige Papiere. Da auch der Vorbesitzer diese nicht mehr besaß, muss Bernd Krüger die Behördentour auf sich nehmen. Diese sieht als erstes vor, in Flensburg Auskunft einzuholen, ob die Maschine als gestohlen gemeldet ist. Ein gesetzlicher Routinevorgang, der anhand der Motornummer geklärt werden kann. Im Anschluss daran muss Krüger den Kaufvertrag beim Notar beglaubigen lassen, um wiederum damit bei der zuständigen Dienststelle einen Fahrzeugbrief beantragen zu können. gü