Geschlossene Grenzen, Restaurants, Geschäfte, Schulen und Kitas, Besuchsverbote in Pflegeheimen und Krankenhäusern: Die Liste dessen, welche Einschränkungen die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat, könnte noch lange weitergeführt werden.

Doch was empfanden die 687 Teilnehmer der LR-Umfrage als einschneidendste Entbehrungen, die Corona mit sich gebracht hat? 67 Prozent geben an, dass die Vermeidung sozialer Kontakte mit anderen Familienmitgliedern und Freunden der tiefste Einschnitt war.
49 Prozent der Befragten fiel es außerdem sehr schwer, auf Freizeitangebote und aufs Ausgehen zu verzichten. Weitere 36  Prozent bedauerten besonders, dass die geplante Urlaubsreise aufgrund der Corona-Beschränkungen ausfallen musste.
Zwölf Prozent machen konkrete Angaben und schildern etwa: „Die monatelange Wegsperrung meiner Mutter im Seniorenheim“, „Ich konnte meinen Beruf im Tourismus nach der Ausbildung nicht antreten und befürchte, erst einmal keinen Job zu bekommen als Neuling, jetzt, da gekündigte Profis mit Erfahrung da sind“, „Ich lag 14 Tage mit Covid-19 im Krankenhaus, und wir waren insgesamt sechs Wochen unter Quarantäne.“
Acht Prozent der Befragten geben an, dass sie seit Wochen in Kurzarbeit sind und finanzielle Einbußen oder ihren Job sogar ganz verloren haben. Fünf Prozent der Befragten geben an, dass nach wie vor um den Erhalt ihres Geschäftes kämpfen.

Corona-Pandemie hat auch Positives

Neben all den Einschränkungen und all dem Negativen wollte die LR auch wissen, ob die Befragten der Corona-Krise etwas Positives abgewinnen können. Eine ganz knappe Mehrheit sagt Ja. So wählen 35 Prozent der Umfrageteilnehmer die Antwortoption: „Ja, ich habe erkannt, dass ich auf vieles verzichten kann und jetzt eine andere Einstellung zu vielen Dingen.“
Weitere 26 Prozent finden noch etwas ganz anderes gut. Nämlich, dass jetzt das Händeschütteln wegfällt. 14 Prozent finden es positiv, dass sie mehr Zeit für Hobbys haben. 13 Prozent können Homeoffice etwas abgewinnen, da teils lange Arbeitswege wegfallen und Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden können.
Umfrageauswertung Teil I
Für 34 Prozent hingegen ist die Antwort darauf, ob sie der Corona-Pandemie etwas Positives abgewinnen können, ein klares Nein.
Sieben Prozent der Befragten machen konkrete Angaben, was die Corona-Pandemie Positives mit sich gebracht hat: „Dass wir endlich mal sehen, wie abhängig wir uns von China gemacht haben“, „mehr Zeit für Gartenarbeit“, „ich habe aufgrund von Corona eine Arbeit gefunden“, „dass man sich über überzogene Normalitäten wieder Gedanken macht“.
Auch, dass das „neumodische Umarmen“ dadurch weggefallen ist und dass weniger Verkehr auf Straßen und in den Lüften herrschte, wird als Vorteil empfunden.
Ebenfalls positiv ist, dass die große Mehrheit der Befragten, 93 Prozent, glücklicherweise nicht von einer Corona-Erkrankung betroffen war. Sechs Prozent geben an, dass sie Freunde, Bekannte oder Familienangehörige haben, die mit dem Corona-Virus infiziert waren. Ein Prozent der Umfrage-Teilnehmer hat angegeben, selbst erkrankt gewesen zu sein.

Großteil der Befragten für Corona-Impfung

Aber wie schätzt die Mehrzahl der Befragten, obwohl sie selbst nicht betroffen waren, die Gefährlichkeit des Virus ein. Glauben sie, dass das Virus gefährlich ist? Etwas mehr als die Hälfte, 54 Prozent, sagt: ja. 20 Prozent wollen keine Einschätzung abgeben. 15 Prozent sind der Ansicht, dass Covid-19 nicht gefährlicher ist als eine Grippe. Die restlichen Teilnehmer haben diese Frage übersprungen und sind eine Antwort schuldig geblieben.
Da die Mehrheit die Erkrankung als gefährlich einschätzt, würden sich 62 Prozent der Befragten impfen lassen, wenn ein Impfstoff vorhanden ist. 19 Prozent wollen keine Impfung. Die anderen sind unentschieden.
Welche Auswirkungen wird die Corona-Krise auf lange Sicht auf die deutsche Gesellschaft haben? Werden wir durch die Bewältigung der Krise enger zusammenwachsen?

Mehr Spaltung in der Gesellschaft

48 Prozent der 687 Befragten zeichnen ein eher trübes Bild, sind der Ansicht, dass die Gesellschaft weiter auseinander driften wird. Wie unterschiedlich die Haltungen sind, habe sich ja schon im Umgang mit dem Virus gezeigt. 33 Prozent denken, dass alles werden wird wie vorher. Lediglich elf Prozent glauben, dass die Menschen dauerhaft mehr Rücksicht aufeinander nehmen.
Und wie sieht es mit dem Konsumverhalten aus? Lieferengpässe während der Krise haben dafür gesorgt, dass zahlreiche Produkte nicht mehr verfügbar waren. Hat das für ein Umdenken gesorgt? 38 Prozent sagen: Nein. 34 Prozent glauben, dass künftig mehr Menschen bedachter und nachhaltiger konsumieren, wenn auch eine Minderheit. Nur acht Prozent glauben, dass eine Mehrheit dauerhaft nachhaltiger einkauft.