Dass Japaner wahre Platzmanagement-Profis sind, sollte jedem klar sein. Aber können sie das auch mit Brettspielen? Die klein gehalten sind, trotzdem nicht an Spaßfaktor verlieren und Varianz mit sich bringen so wie große Spiele? Die Antwort lautet eindeutig JA. Heute will ich euch drei verschiedene Spiele vorstellen, um einen kleinen Einblick in den Verlag Oink Games zu geben.
Darunter befinden sich die Spiele Nine Tiles Panic, Tiefseeabenteuer und Modern Art.

Tiefseeabenteuer:

Spieletest: Oink Games - Tiefseeabenteuer (Infos)
Spieletest: Oink Games - Tiefseeabenteuer (Infos)
© Foto: Sebastian Schubert

Was ist das Thema des Spiels?
Wie der Name schon vermuten lässt, begeben sich die Spieler in eine Unterwasserwelt. Besser gesagt, ist jeder ein kleiner Tiefseetaucher, der nach wertvollen Schätzen in die Tiefen des Meeres hinuntertaucht. Bis zu 6 Spieler können an einem Abenteuer teilnehmen. Doch aufgepasst, euer U-Boot hat schon so einige Expeditionen hinter sich und ist schon in die Jahre gekommen. Daher müssen sich alle Taucher einen Sauerstofftank teilen. Dies macht das Spiel sehr knifflig. Denn jeder Spieler muss den richtigen Moment abpassen, ob er lieber weiter in die Tiefe tauchen will, um wertvolle Schätze zu bekommen, oder lieber seine Schätze ins Trockene bringen will.
So funktioniert das Spiel:
Spieletest: Oink Games - Tiefseeabenteuer (Spielbestandteile)
Spieletest: Oink Games - Tiefseeabenteuer (Spielbestandteile)
© Foto: Sebastian Schubert
Das U-Boot Plättchen wird in die Tischmitte gelegt und fungiert als Sauerstoffanzeige für die Taucher.
Die Schätze werden verdeckt in einer Linie unter das U-Boot gelegt, so bekommen die Taucher erst am Ende des Spieles heraus, wie wertvoll die mitgenommenen Schätze sind.
Die zwei speziellen Würfel, die nur die Augenzahl von eins bis drei besitzen, werden genutzt, um das Ergebnis für den Tauchgang zu erwürfeln.
Nach jedem Spielzug muss entschieden werden, ob man zurück zum U-Boot will oder weiter das Risiko eingeht, tiefer zu tauchen.
Dies wird symbolisiert, in dem der Taucher in die jeweilige Richtung gedreht wird. Werden Schätze aufgenommen, beginnt der Verlust des Sauerstoffgehaltes. Außerdem werden die Anzahl der gesammelten Schätze mit dem Würfelergebnis abgezogen. Dies erschwert das Auftauchen ungemein. Wenn man es schafft, die Schätze ins U-Boot zu bringen, bevor der Sauerstoffgehalt auf Null sinkt, darf man die Schätze behalten. Andernfalls sinken diese auf den Meeresgrund. Dort können sie in den nachfolgenden Runden eingesammelt werden. Wenn drei Runden gespielt worden sind, ist das Spiel zu Ende. Der Taucher mit den meisten Punkten (Schätzen) hat gewonnen.

Nine Tiles Panic

Spieletest: Oink Games - Nine Tiles Panic (Infos)
Spieletest: Oink Games - Nine Tiles Panic (Infos)
© Foto: Sebastian Schubert

Was ist das Thema des Spiels?
Aliens gelangen mit ihren Ufos auf den Planeten Erde und haben einen Heißhunger auf Hamburger. Ansonsten sind diese Wesen aber sehr friedlich. Damit die Stadtbewohner aber nicht an einem Hamburgermangel leiden müssen, versuchen Agenten die Aliens zu fangen. Wie es sich für eine kleine idyllische Stadt gehört, gibt es noch Häuser, Bewohner und Hunde.
Die Story klingt skurril? Möglicherweise! Das Spiel dahinter macht riesigen Spaß.
So funktioniert das Spiel
Spieletest: Oink Games - Nine Tiles Panic (Spielbestandteile)
Spieletest: Oink Games - Nine Tiles Panic (Spielbestandteile)
© Foto: Sebastian Schubert
Vor Beginn des Spiels werden die Auftragskarten gemischt und drei Karten gezogen. Auf den Auftragskarten gibt es verschiedene Missionen. Zum Beispiel “Baut die Stadt mit den meisten Mädchen”, “Baut die Stadt mit der längsten Straße” oder “größte Ergebnis aus Hamburger und Aliens”.
Nach dem drei Auftragskarten gezogen wurden, bekommt jeder neun farbige Puzzle Plättchen. Diese muss dann jeder für sich ganz schnell zusammen puzzeln und möglichst alle Aufträge erfüllen. Dabei ist noch wichtig, dass die Stadt aus einem 3x3-Raster besteht. Die Straßen müssen sinnvoll verbunden werden und dürfen keinen Kreis oder Acht bilden.
Der schnellste Spieler nimmt sich den Einser-Marker und dreht die Sanduhr um. Nun haben die anderen Spieler noch circa 90 Sekunden Zeit weiter zu puzzeln. Die anderen Spieler nehmen sich ihre Marker entsprechend ihrer Rangfolge.
Dann geht es zur Auswertung: Derjenige, der die Aufgabe am Besten und Schnellsten erledigt, bekommt dementsprechend so viele Punkte wie mitspielen. Der nächst Platzierte bekommt dann dementsprechend einen Punkt weniger. Nine Tiles Panic spielt man über mehrere Runden, welche je nach Spieleranzahl variieren. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Modern Art

Spieletest: Oink Games - Modern Art (Infos)
Spieletest: Oink Games - Modern Art (Infos)
© Foto: Sebastian Schubert

Was ist das Thema des Spiels?
Kunstsammler aus der ganzen Welt versammeln sich zu diesem heiß umbotenen Autkionsabend. Dabei treffen sich die Kunstgalerien aus Berlin, Tokyo, Paris, New York und London, um beliebte Gemälde zu ersteigern. Die Kunstwerke von den Künstlern Hick, Ivory, Okamoto, Mondrian und Kaminski sind die begehrtesten Stücke des Abends. Eine Frage stellt sich bei diesem Event besonders: Wer besitzt das glückliche Händchen und ersteigert die Kunstwerke, welche eines Tages sehr berühmt werden?
So funktioniert das Spiel
Spieletest: Oink Games - Modern Art (Spielbestandteile)
Spieletest: Oink Games - Modern Art (Spielbestandteile)
© Foto: Sebastian Schubert
Jeder Spieler bekommt zu Beginn der Auktion Geldchips im Wert von 100 Euro und versteckt diese hinter seinem Sichtschutz. Je nach Anzahl der Mitspieler (von drei bis fünf) werden dementsprechend viele Karten (Gemälde) verteilt. Jeder Spieler ist gleichzeitig Auktionator und Bieter.
Das Spiel geht über 3 Runden oder in diesem Fall “Saison” genannt. Pro Runde gibt es verschiedene Auktionsmöglichkeiten. Welche Auktion gespielt werden muss, ist auf den Karten mit einem Symbol gekennzeichnet. Fünf verschiedene Auktionstypen bietet dieses Spiel: offene Auktion, Einzelgebot-Auktion, Festpreis-Auktion, versteckte Auktion und Doppel-Auktion.
Spieletest: Oink Games - Modern Art (Gebote)
Spieletest: Oink Games - Modern Art (Gebote)
© Foto: Sebastian Schubert
Eine Saison wird so lange gespielt, bis ein Spieler das insgesamt fünfte Gemälde von einem Künstler anbietet. Danach wird gezählt, wie viele Kunstwerke von einem Künstlern ersteigert worden sind. Je nach Anzahl werden die Künstler auf dem Künstler Tableau mit 1 bis 3 gekennzeichnet. Der beliebteste Künstler bekommt 30 Punkte, der Zweitbeliebteste 20 und der Drittbeliebteste 10 Punkte. Nun kann man den Wert der einzelnen Gemälde einer Saison ablesen.
Die gespielten Gemälde dieser Saison werden zur Seite gelegt, die Spieler bekommen von der Bank den Wert in Form von Geldchips, wie auf dem Künstler Tableau angegeben. Dieser Wert gibt gleichzeitig an, wie wertvoll ein Bild in der nächste Runde ist. Nach drei Saisons endet das Spiel und der Spieler mit den höchsten Geldbetrag gewinnt Modern Art.

Kurzes eigenes Fazit

Was Oink Games besonders macht, ist, dass alle Spiele sehr klein gehalten sind und regelrecht in die Hosentasche oder zumindest in die Jackentasche passen. Nichtsdestotrotz haben sie einen hohen Wiederspielwert, interessante Mechanismen und sind zugleich auch noch optisch sehr ansprechend. Zusätzlich kann man trotzdem teilweise mit bis zu 6 Spielern spielen, wie beispielsweise bei Tiefseeabenteuer. Die Regeln sind bei jedem Spiel sehr kompakt und verständlich gehalten. Die Spiele sind raffiniert und taktisch zu gleich, was man auf dem ersten Blick vielleicht gar nicht vermuten würde.
Sie haben Lust bekommen, eines dieser Spiele selbst einmal auszuprobieren? Dann nehmen Sie an unserem Gewinnspiel teil und gewinnen Sie ein Exemplar Ihrer Wahl von Oink Games!
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie Brettspiel-Test.