Kaum ein Spiel wurde im letzten Jahr so gehypt wie “Die Crew”. Und das, obwohl es sich um ein Stichspiel, in einer kleinen Spielschachtel, von einem unbekannten Autor handelt. Auf den ersten Blick also keine guten Voraussetzungen für eine “Kennerspiel des Jahres”-Nominierung.
Doch da ist etwas, was “Die Crew” besonders macht: Es ist ein kooperatives Spiel. Also ein Spiel, in dem die Spielenden zusammen, statt gegeneinander spielen. Und das ist für ein Stichspiel schon sehr außergewöhnlich.

Darum geht´s in “Die Crew”

Im Kartenspiel “Die Crew” begeben sich 2–5 Spieler auf eine gemeinsame Weltraum-Reise. Als Astronauten versuchen sie in 50 Missionen zum “9. Planeten”, einem geheimnisvollen, neu entdeckten Planeten im Sonnensystem, zu gelangen.
Jede Mission erzählt zu Beginn einen Teil der Geschichte. “Die Crew” verbindet somit den innovativen Spielmechanismus mit einer durchgehenden Geschichte.

So wird “Die Crew” gespielt

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Im Spiel “Die Crew” müssen die Spieler gemeinsam Missionen erfüllen. Dazu werden zu Beginn einer Mission die Aufträge an die Spieler verteilt. Die Aufträge sind kleinere Kartenvarianten der normalen Spielkarten.
Jeder Spieler hat gleich viele Handkarten und muss nun im Zuge einer Mission versuchen alle Stiche zu gewinnen, in denen seine Auftragskarten vorkommen.
Der Kapitän hat sich den Auftrag mit der Roten 6 genommen. Er muss also den Stich gewinnen, in dem diese Karte vorkommt. Er gewinnt den Stich mit einer roten 9.
Der Kapitän hat sich den Auftrag mit der Roten 6 genommen. Er muss also den Stich gewinnen, in dem diese Karte vorkommt. Er gewinnt den Stich mit einer roten 9.
© Foto: Marcus Scheib
Der Stich an sich wird nach üblichen Stichregeln gespielt. Der “Kapitän” einer Runde beginnt den ersten Stich und legt eine Karte seiner Wahl. Jede Karte hat eine Zahl und eine Farbe. Alle folgenden Spieler müssen die “Farbe bedienen”. Das heißt, haben Sie mindestens eine Karte derselben Farbe, müssen Sie diese spielen. Haben Sie keine Karte der gespielten Farbe, müssen sie irgendeine Karte abwerfen. Den Stich gewinnt der Spieler, mit der höchsten Zahl der angespielten Farbe.
Kapitän einer Runde wird der Spieler mit der 4. Rakete. Er darf sich den ersten Auftrag schnappen
Kapitän einer Runde wird der Spieler mit der 4. Rakete. Er darf sich den ersten Auftrag schnappen
© Foto: Marcus Scheib
Eine Besonderheit sind die Raketen-Karten. Diese gelten als Trumpf. Spielt ein Spieler in einem Stich eine Rakete, hat er den Stich gewonnen.
Die Spieler müssen die gesamte Mission über eine gemeinsame Strategie haben. Wann muss welcher Spieler welchen Stich gewinnen? Welche Karten könnte welcher Spieler auf der Hand haben?
Die einzige Möglichkeit der Spieler zu kommunizieren ist das Senden eines Signals. Dazu spielt der Spieler eine Karte von seiner Hand und legt ein Signalplättchen. Liegt das Plättchen oben, ist das die höchste Karte der Farbe auf der Hand. Liegt das Plättchen unten, ist das die niedrigste Karte dieser Farbe auf der Hand. Liegt das Plättchen in der Mitte, ist es die einzige Karte.
Die einzige Möglichkeit der Spieler zu kommunizieren ist das Senden eines Signals. Dazu spielt der Spieler eine Karte von seiner Hand und legt ein Signalplättchen. Liegt das Plättchen oben, ist das die höchste Karte der Farbe auf der Hand. Liegt das Plättchen unten, ist das die niedrigste Karte dieser Farbe auf der Hand. Liegt das Plättchen in der Mitte, ist es die einzige Karte.
© Foto: Marcus Scheib
Während der Mission dürfen die Spieler nicht miteinander reden. Die einzige Möglichkeit der Kommunikation sind die “Signalplättchen”. Vor einem Stich dürfen die Spieler eine ihrer Handkarten offen legen und ihren Mitspielern mit dem Signalplättchen zeigen, dass diese Karte die einzige, niedrigste oder höchste Karte einer Farbe ist.
In jeder Mission werden solange Stiche gespielt, bis jeder Spieler seine Aufträge erfüllt hat und die Mission gewonnen ist.. Sollte dies einmal nicht gelingen, haben die Spieler die Mission verloren.

Fazit zu “Die Crew”

Mit jeder Mission werden die Aufträge komplizierter. Während zu Beginn lediglich ein einziger Spieler einen Auftrag hat, müssen in späteren Missionen sogar 4 oder 5 Aufträge erledigt werden. Dazu kommen noch kleine Chips, mit denen der Kapitän zu Beginn einer Mission festlegt, wann welcher Auftrag erfüllt wird.
So kommt es schnell zu der ein oder anderen verzwickten Situation und der ersten verlorenen Mission.
Je nach Mission kommen neben den kleinen Auftragskarten, auch Marker zum Einsatz. In der obersten Reihe geben die Zahlenmarker an, welcher Auftrag im ersten, zweiten und dritten Stich erfüllt werden muss. In der zweiten Reihe geben die Marker an, welcher Auftrag vor welchem erfüllt werden muss.
Je nach Mission kommen neben den kleinen Auftragskarten, auch Marker zum Einsatz. In der obersten Reihe geben die Zahlenmarker an, welcher Auftrag im ersten, zweiten und dritten Stich erfüllt werden muss. In der zweiten Reihe geben die Marker an, welcher Auftrag vor welchem erfüllt werden muss.
© Foto: Marcus Scheib
Die einzelnen Missionen sind schnell gespielt. Dadurch war bei uns die Motivation groß, eine verlorene Kampagne noch einmal zu spielen.
“Die Crew” ist eines dieser Spiele, welches bei uns zu nie enden wollenden Spieleabenden geführt hat. Denn bei der beliebten “nur noch einen Runde” blieb es nie. Eine Runde folgt auf die nächste und am Ende des Abends haben wir richtig was erlebt.
Das im Spiel “Die Crew” nur Stiche gespielt werden, klingt auf den ersten Blick zwar langweilig, doch die unterschiedlichen Aufträge bringen eine sehr große Varianz in das Spiel und fordern stets neue Denkansätze.
Eine besonders schöne Idee ist die Geschichte, die während des Spiels erzählt wird. “Die Crew” würde auch komplett ohne Geschichte funktionieren. Jedoch ist die Story ein gelungener und sehr atmosphärischer Rahmen für das Spiel. Das Design des Spielmaterials unterstützt die aufgebaute Atmosphäre zusätzlich.
Auch wenn sich die Crew am besten mit mindestens 3 Spielern spielen lässt, gibt es eine sehr schöne 2 Spieler Variante. In dieser wird der 3. Spieler durch den Boardcomputer “JARVIS” ersetzt. JARVIS besteht aus 14 Karten. 7 liegen offen und 7 liegen verdeckt unter den offenen Karten. Der Kapitän steuert JARVIS und wählt, welche offene Karte gespielt werden soll.
In unseren Runden hat das Spielen mit JARVIS sehr viel Spaß gemacht und der kleine Zufallsfaktor den JARVIS mit ins Spiel bringt, war uns willkommen.
Als am 18. Mai die Nominierungen für das “Spiel des Jahres” bekannt gegeben wurden, überraschte es viele, dass “Die Crew” in die Rubrik “Kennerspiel” eingeordnet wurde. Dort trifft es mit “Der Kartograph” auf einen weiteren Favoriten. Und auch die überraschende Nominierung von “The Kings Dilemma” könnte für “Die Crew” gefährlich werden. Der Gewinner wird am 20. Juli bekannt gegeben.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.

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