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| 17:49 Uhr

Umfrage
Die Sorgen der RUNDSCHAU-Leser 

Cottbus. Laut einer Umfrage wird Russland nicht als das aktuelle Hauptproblem gesehen. Von Peter Blochwitz

 „Russland: Putin oder die europäische Politik – wo sehen Lausitzer die größten Probleme?“ Das wollte die RUNDSCHAU von ihren Lesern wissen. Der Tenor der nicht repräsentativen Umfrage, an der sich 545 Menschen beteiligten, kommt nicht überraschend. Die Tendenz hatte sich in den zahlreichen Leserbriefen der jüngsten Zeit abgezeichnet: Die meisten Lausitzer plädieren für eine differenziertere Berichterstattung und sehen nicht in erster Linie Russland als aktuelles Hauptproblem. Vor allem ein Wunsch ist stark ausgeprägt. Auf die Frage, wie sie sich künftig das deutsch-russische Verhältnis vorstellen, befürworteten 87 Prozent der Umfrage-Teilnehmer die Antwort „Es sollte unbedingt wieder eine Annäherung stattfinden.“  Zehn Prozent sind der Meinung: „Das aktuelle, distanzierte Verhältnis sollte gewahrt bleiben.“ Drei Prozent plädierten dafür, „Deutschland sollte sich, auch wirtschaftlich, von Russland  komplett abkoppeln.“

Im Detail: „Halten Sie die Reaktion Deutschlands –  nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Skripal in Salisbury ebenfalls russische Diplomaten auszuweisen - für angemessen?“  Für die Antwort  „Ja, ein gemeinsames Agieren der EU ist nötig, damit Russland merkt, dass es nicht machen kann, was es will“ entschieden  sich 21 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, für „Nein, Deutschland hätte lieber abwarten und das Gespräch suchen sollen“ 72 Prozent. Die fehlenden Prozente kommen jeweils zustande, wenn  die Option „Kann ich nicht beurteilen“ gewählt wurde.

Gar nicht eindeutig fielen die Antworten auf folgende Frage aus:  „Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass Russland hinter dem Giftanschlag auf den Ex-Spion Skripal und dessen Tochter steckt?“ Das sind die Ergebnisse: „Für sehr wahrscheinlich, schon im eigenen Land kommen regelmäßig Gegenspieler Putins unter mysteriösen Umständen ums Leben“ – 30 Prozent. „Für unwahrscheinlich, Russland hätte sich doch niemals ertappen lassen“ – 16 Prozent. „Ich vermute dahinter eine Verschwörung gegen Russland und Putin“– 32 Prozent.

„Würden Sie Russland als demokratisches Land bezeichnen?“ 60 Prozent der Umfrage-Teilnehmer verneinten diese Frage, für 40 Prozent  ist Russland demokratisch. „Wie finden Sie die Sanktionen?“  17 Prozent der befragten Leser kreuzten „Gut, da Russland so gezwungen wird, seine aggressive Außenpolitik zu überdenken“ an, Auf die Antwort „Schlecht, da Sanktionen vor allem die russische Bevölkerung treffen“ entfielen 71 Prozent der Stimmen. „Weiß nicht“ erklärten zwölf Prozent der Befragten.

Wie erwähnt, wünscht sich der Großteil der befragten RUNDSCHAU-Leser eine Annäherung an Russland. Dazu gab es die Frage: „In welchen Bereichen sollten Ihrer Meinung nach die Europäische Union und Russland enger zusammenarbeiten?“  Hier die wesentlichen Antworten: „Wirtschaftsbeziehungen“ 27 Prozent, „Lösung des Syrien-Konflikts“ 22 Prozent, „Terrorbekämpfung“ 21 Prozent; „Lösung der Ukraine-Konflikts“ 19 Prozent; „Flüchtlingskrise“ neun Prozent.

Und schließlich diese Frage: „Gegenüber der Politik welchen Landes Sind Sie am skeptischsten beziehungsweise die Entwicklungen in welchem Land machen Ihnen am meisten Angst?“ Auf die Antwortoption  China entfielen vier Prozent der Stimmen, auf Russland  fünf, Nordkorea bekam zwölf, die Türkei 23 und die USA 55 Prozent.

Es ist eine gewisse Ambivalenz zu erkennen. Sie äußert sich in Meinungen wie: „Russland ist sicher kein Muster an Demokratie, aber es hat seine eigenen Probleme und eben auch seine eigenen Lösungen. In westlichen Demokratien ist auch nicht alles perfekt, es wird nur besser dargestellt.“