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| 02:42 Uhr

RUNDSCHAU-Umfrage
Hohe Messlatte für eine digitale Stadt

Cottbus. Die Lausitzer RUNDSCHAU hat 600 Leser zur digitalen Zukunft der Stadt Cottbus befragt. Anlass ist der Wettbewerb "Digitale Stadt" des Verbandes Bitkom. Gewinnt Cottbus, kann die Stadt von Förderungen in Millionenhöhe profitieren. Rüdiger Hofmann

Einrichtungen digitalisieren - zum Beispiel Ämter und Dienstleistungen für die Bürger, Nahverkehr oder Klassenzimmer in Cottbuser Schulen. Oder ein intelligentes, sensorgestütztes Parkleitsystem. Das wünschen sich die meisten der 600 Teilnehmer an der jüngsten RUNDSCHAU-Umfrage zur digitalen Zukunft der Stadt Cottbus. Die Umfrage läuft im Rahmen des Wettbewerbs "Digitale Stadt" des Branchenverbands Bitkom.

"Die Bitkom und namhafte Unternehmen haben für die Realisierung dieses Projektes Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Cottbus könnte Vorreiter in Deutschland bei der intelligenten, digitalen Stadtentwicklung sein und Modellstadt mit internationaler Strahlkraft werden", sagt der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Zwei Drittel der Befragten wohnen in Cottbus oder haben zumindest einen direkten Bezug zur Stadt. Sie gehen entweder in Cottbus arbeiten oder einkaufen und haben dort Verwandte beziehungsweise Freunde.

Digitale Infrastruktur: In einer digitalen Stadt steht eine leistungsfähige Telekommunikationsinfrastruktur in allen Bereichen zur Verfügung. Jeder Dritte wird mit einer Internetgeschwindigkeit von über 50 Mbit/s versorgt.

Doch genauso viele verfügen lediglich über eine Anschlussgeschwindigkeit im Haushalt in Höhe von 16 Mbit/s. Im Ergebnis sind etwa 70 Prozent mit ihrem derzeitigen Internetanschluss zufrieden. "Wir brauchen trotz guter Grundversorgung in der Stadt einen deutlich schnelleren Ausbau der digitalen Infrastruktur. Das ist eine der wesentlichen Grundlagen sowohl für die Tätigkeit bestehender Unternehmen als auch für neue Ansiedlungen", sagt Oberbürgermeister Holger Kelch.

Freies Wlan: Die Bereitstellung von freiem Wlan ist für die Umfrageteilnehmer vor allem in öffentlichen Einrichtungen und auf öffentlichen Plätzen sehr wichtig. Internetzugang im öffentlichen Nahverkehr erachten die Leser als "eher wichtig", in Restaurants/Gaststätten und in Geschäften als "eher unwichtig".

In den Bereichen "Verwaltung" (25 Prozent) und dem "Gesundheitswesen" (20 Prozent) wünschen sich die Lausitzer persönlich am ehesten eine fortschreitende Digitalisierung.

Vorteil Digitalisierung: Mehr als 80 Prozent erhoffen sich durch die Digitalisierung Vorteile im Alltagsleben. Wegersparnisse durch digitale Anträge/Formulare, Kommunikationsfortschritte, Wirtschaftswachstum, schnellerer Zugang zu Informationen, weniger Papiermüll, bargeldloses Bezahlen, Gesundheitskarte sowie Fachkräftegewinnung sind die am häufigsten genannten Vorteile.

Nachteil Digitalisierung: "Digitalisierung in Haus und Wohnung birgt aber auch Risiken. Der Mensch wird gläsern.

Wer kriminelle Energie hat und sich Zugang in das Datennetz eines Hauses verschaffen kann, der kann viel Schaden anrichten", sagt ein Leser. Auch die Wirtschaft, die Kundendaten aufgrund des Kundenverhaltens sammelt, verletze irgendwann die Privatsphäre, weil von jedem Menschen ein Profil zu seinen Lebensgewohnheiten vorliege.

Knapp 60 Prozent der Leser haben im Zuge der Digitalisierung Sicherheitsbedenken, vor allem im Bereich der Finanzdienstleistungen. Jeder Dritte hat Angst, dass seine Daten im Internet nicht sicher sind. "Ich habe Angst vor Hackerangriffen in öffentlichen Einrichtungen und vor einem Datenmissbrauch im Gesundheitswesen zum Nachteil der Patienten", sagt ein Leser.

Welche Projekte sind dem Lausitzer wichtig? Häufige Antworten: Digitale Krankenakte, Vereinfachen von Verwaltungsvorgängen, bessere Leitung und Lenkung des Straßenverkehrs, die Versorgung aller Schulen mit der notwendigen digitalen Technik sowie höhere Bandbreiten für alle Haushalte.

Außerdem wichtig: die Abwicklung des gesamten Schriftverkehrs mit Ämtern und Behörden unter Anwendung kostenloser und sicherer digitaler Signierung als rechtsverbindliche Unterschrift.

Wiederum andere Leser fordern verstärkte Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen sowie eine einheitliche Ausrüstung für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte.

Zum Thema:
Bis zum 15. März müssen die Städte ihre Bewerbungsunterlagen abgegeben haben. Bewerben können sich laut Bitkom alle Städte, die zwischen 100 000 und 150 000 Einwohner haben und die über eine gute Verkehrsanbindung sowie eine Hochschule in der Nähe verfügen. Bis Ende März wird aus den Einsendungen eine Finalrunde ausgewählt. Diese drei bis fünf Städte haben dann noch einmal sechs Wochen Zeit, um ihre Bewerbungen zu vertiefen. Zum Digitalgipfel am 12./13. Juni in Ludwigshafen soll dann die Gewinnerstadt verkündet werden. Diese soll ab dem 1. Januar 2018 mithilfe von finanzkräftigen Partnern aus der Digitalbranche zu einer Modellstadt für ganz Deutschland entwickelt werden. Unter diesen Partnern und Geldgebern sind unter anderem: Deutsche Telekom, SAP, Vodafone, Samsung, DPD, Eluminocity und Hewlett Packard. Mehr Infos zum Wettbewerb und die Cottbuser Bewerbung gibt es hier: www.cottbus.de/digitalestadt