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RUNDSCHAU-Umfrage
Besser Stifte als Handy in der Zuckertüte

Cottbus. Ein Handy gehört nicht in die Zuckertüte. Spielsachen, Süßigkeiten und Stifte auf jeden Fall. Dazu und auch zu anderen Fragen des wieder beginnenden Schullebens haben sich rund 500 Leser in einer RUNDSCHAU-Umfrage geäußert.

Selbstverständlich viele Süßigkeiten gehören in eine Zuckertüte, ebenso Stifte und Spielsachen. Ein Handy dagegen definitiv nicht. Das ist der einhellige Tenor von rund 500 Teilnehmern einer RUNDSCHAU-Umfrage zum heutigen Start von rund 22 200 Brandenburger Erstklässern ins Schulleben.

Da ja die Zuckertüte lediglich das Ende des sorgenfreien Spielens versüßen soll, befassen sich die Fragen auch mit Themen des zumeist zehn Jahre dauernden Schullebens. Und da driften die Antworten ziemlich auseinander. "Sollten die Erstklassler von Beginn an eine Fremdsprache erlernen?" Das wird etwa von der Hälfte der Umfrageteilnehmer verneint. Der meistgenannte Grund: Die Kinder sollten doch erst einmal richtig Deutsch lernen. Die Fürsprecher tendieren zu: "Eine Fremdsprache lernt man als Kind am besten, je fruher, desto besser."

Das Sitzenbleiben abzuschaffen, da würden rund 90 Prozent der Befragten gar nicht mitgehen. Eine der treffenden Begründungen lautet: "Eine Wiederholung ist ein Zeichen, dass ein Kind noch nicht so weit ist, den Anforderungen eines Schuljahres zu genügen. Also muss diese Möglichkeit bleiben, denn das Problem wird in die nächsten Jahre mitgenommen, wenn nicht wiederholt wird."

Nachdenklich machen sollte auf jeden Fall der Tenor auf die Frage: "Sind Sie mit dem Bildungssystem, wie es in der Region praktiziert wird, zufrieden?" 36 Prozent geben dazu ein klares Nein, 47 Prozent meinen: "Es könnte besser sein." Genau so eindeutig beantworten die Umfrageteilnehmer die Frage: "Würden Sie in der heutigen Zeit Lehrerin/Lehrer sein wollen?" 83 Prozent lehnen ab. Hauptgrund hier: "Die Arbeitsbedingungen sind schwierig, Lehrer sind für Schüler keine Respektsperson mehr."

Es gibt aber auch Lehrer, die wohl nichts von ihrer Berufung abbrnigen kann. So wie unser Leser Hans-Joachim Noack. In einem längeren Brief berichtet er, dass er im Jahr 1946 in Groß Kölzig einer der Abc-Schützen war und später viele Jahre als Lehrer arbeitete. Er kann sich vorstellen, auch heute noch im Hochschulbereich und am Gymnasium Lehrer werden zu wollen, "weil es mein Traumberuf war". Und er glaubt auch, er sei nicht der einzige, der für diesen Beruf brenne. So schreibt er: "Die derzeit vielen Ausfallstunden an den Schulen könnten durch Rentnerlehrer zum Teil verringert werden, weil ich mir sicher bin, dass ein Lehrer mit Visionen die eine oder andere Stunde übernehmen würde - auch ohne finanzielle Vergütung."