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| 03:04 Uhr

RUNDSCHAU-Umfrage
Bei den Lausitzern fällt der Groschen

Cottbus. Elektronisch oder auf Papier? Viele Lausitzer nutzen immer häufiger den Computer zum Ausfüllen ihrer Steuererklärung. Die meisten Befragten setzen sich auch selber hin - ohne Hilfe vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein. Die aktuelle Umfrage zur "Steuerserie" zeigt: Der Lausitzer bekommt viel Geld zurück. Rüdiger Hofmann

Die Leser holen sich derzeit in der aktuellen RUNDSCHAU-Serie "Steuern sparen" wertvolle Tipps zum Ausfüllen ihrer Erklärung. Wenn es um Geld geht, werden viele hellhörig. Mehr als 80 Prozent der rund 1200 befragten Teilnehmer lesen die Serie in der RUNDSCHAU und machen auch eine Erklärung.

Bei der Umfrage zum Thema hat sich gezeigt: Selbst ist der Mann - oder die Frau. So füllen fast 60 Prozent der Befragten ihre Steuererklärung selber aus. Offensichtlich lösen inzwischen immer mehr elektronische Formulare das Ausfüllen der Papierbögen ab. Deutlich mehr Lausitzer nutzen entsprechende Angebote aus dem Internet, nur noch wenige kämpfen sich manuell durch den gesamten Papierkram.

Die meisten Fragen hatten die Leser zum Thema außergewöhnliche Belastungen. Hat ein Steuerpflichtiger zwangsläufig größere Aufwendungen als die meisten anderen Steuerzahler mit ähnlichem Einkommen und Vermögen sowie gleichem Familienstand, liegen außergewöhnliche Belastungen vor. Einige private Ausgaben, die zwangsläufig und notwendig waren, darf man dann als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung ansetzen. Die wichtigsten außergewöhnlichen Belastungen sind Krankheitskosten oder Aufwendungen für Hilfsmittel wie Brillen, Hörgeräte, Rollstühle und Zahnprothesen.

Für die Umfrageteilnehmer ebenfalls von Interesse: Muss ich als Rentner eine Steuererklärung ausfüllen? Hier gilt: Ein Rentner ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn er mit dem Gesamtbetrag seiner Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. Im Jahre 2016 beträgt der Grundfreibetrag 8652 Euro für Ledige und 17 304 Euro für Verheiratete. Zu den steuerpflichtigen Einkünften von Rentnern, die anzugeben sind, zählen die private und gesetzliche Rente, aber auch Miet- und Kapitaleinnahmen.

Für die Lausitzer zudem relevant: die Abrechnung von Sonderausgaben. Sonderausgaben fallen in den Bereich der persönlichen Lebensführung, also private Aufwendungen, die nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt werden können. Sonderausgaben mindern den Gesamtbetrag der Einkünfte und führen zu einer Verringerung der Steuerlast. Folgende Aufwendungen werden beispielsweise als Sonderausgaben anerkannt: Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten, Renten, Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, zur gesetzlichen Rentenversicherung und an die Bundesanstalt für Arbeit, Beiträge zu Versicherungen auf den Lebens- oder Todesfall, Beiträge zur zusätzlichen freiwilligen Pflegeversicherung, Spenden und Ausbildungskosten.

So lästig das Ausfüllen einer Steuererklärung auch sein mag, für den Lausitzer scheint es sich zu lohnen: So sagen immerhin zwei Drittel, sie würden in den meisten Fällen Geld vom Staat zurückerhalten. Erstaunlich sind die Summen, die wieder in den Geldbeutel fließen. Jeder Dritte bekommt mehr als 1000 Euro zurück. Ein beträchtliches Sümmchen, das viele Lausitzer auf dem Konto anlegen und zum Sparen nutzen oder sich eine Urlaubsreise davon gönnen. Einige Umfrageteilnehmer begleichen mit dem "zurückgewonnenen" Geld alte Rechnungen - hoffentlich nicht mit dem Finanzamt.

Spezielle Steuertipps hatten nur wenige auf Lager. Ein wichtiger Rat klang aber dennoch an: "Jeden Beleg als Nachweis für das Finanzamt aufheben, also Fahrten zu Ärzten, medizinische Behandlungsbescheinigungen oder die Abrechnung von Handwerkerleistungen", sagt ein Leser. Nur so könne es auch Geld zurückgeben.

Diskutiert wurde unter den Teilnehmern der Umfrage die von der Europäischen Zentralbank schon vor längerer Zeit beschlossene Senkung des Leitzinses auf null Prozent, der auch weiterhin beibehalten wird. Mehr als die Hälfte der Befragten findet die Situation katastrophal, da Sparen nicht mehr belohnt wird.

Übrigens: Die Steuererklärungen für 2016 erwartet das Finanzamt von Steuerzahlern, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, normalerweise bis zum 31. Mai 2017. Doch diese Abgabefrist ist nicht in Stein gemeißelt. Denn mit einer guten Begründung (Krankheit Buchhalter, Arbeitsüberlastung, noch fehlende Steuerbelege für 2016) dürfte eine Fristverlängerung bis Ende September kein Problem sein. Damit Sie auf der sicheren Seite stehen, sollten Sie die Fristverlängerung stets schriftlich beantragen und um eine schriftliche Stellungnahme des Finanzamts bitten.

Zum Thema:
Die LAUSITZER RUNDSCHAU hat ein Umfrage-Center ins Leben gerufen, um mehr über die Gewohnheiten der Lausitzer und deren Meinung zu wichtigen und aktuellen Themen der Region zu erfahren. Abrufbar ist es unter umfrage.lr-online.de. Mit der Teilnahme an Befragungen können wertvolle Prämienpunkte gesammelt und gegen Kino- oder Einkaufs-Gutscheine eingetauscht werden. Das Mitmachen ist kostenlos: Man lässt sich einmalig über eine Basisumfrage registrieren, erhält ein Passwort und ist dann Mitglied. Die Registrierung erfolgt unter: umfrage.lr-online.de