| 12:24 Uhr

Lesermeinung
Des Kaisers neue Kleider

Wolfgang Rasim aus Forsat zu „Braunkohlestrom als Exportprodukt“ (LR, 18. Oktober):

Nicht wie im Beitrag behauptet Kohle-, sondern Wind- und Sonnenstrom sind unser Exportprodukt seit der Energiewende. Dieser Export muss jedoch häufig sporadisch erfolgen, um unser Netz bei geringem Bedarf nicht zu überlasten und dabei wird den Abnehmern noch Geld hinzugegeben, bagatellisiert mit negativen Strompreisen. Für nur einen Sonntag im Mai 2016 waren das 21, mit der Einspeisevergütung von 70 folgen 91 Millionen Euro (Un-)Kosten, zu bezahlen von allen, auch den ärmsten Stromverbrauchern. Den Schildbürgern wäre das peinlich. Die geforderte Stilllegung von 10 000 MW Kraftwerkskapazität würde in kritischen Situationen zu einem Blackout führen, da im letzten Winter trotz noch (!) vorhandener gigantischer Kohle- und Kernenergie- Kapazität von circa 45 000 MW das Netz häufig „hart an der Kante“ gefahren werden musste (FAZ 09.06.). Nun glauben einige ideologisierte Politiker, mit einem Kohle- und Kernenergieausstieg bis hin zur Dekarbonisierung die konventionellen Energieträger durch Erneuerbare ersetzen zu können. Dass dazu, abgesehen von unermesslichen Kosten insbesondere für eine Stromspeicherung zusätzlich circa 400 000 Windräder und einige Millionen Fotovoltaikanlagen nötig wären, kann jeder interessierte Zehntklässler mit einfachem Dreisatz berechnen. Wann kommt endlich das Kind und sagt, dass der Kaiser nackt ist?