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| 19:28 Uhr

Lesermeinung
Selbst ernannter Cottbuser Karajan

Zur Lage am Theater Cottbus

Den Ausführungen von Anton-­Günther Janßen kann ich mich nur anschließen. Dazu möchte ich gern noch meine persönliche Sicht auf die Dinge einfließen lassen. Als Theatergängerin, die ab und an auch ein Konzert besucht, habe ich und meine Begleiter ebenso, oftmals angesichts der wilden Körpersprache des Herrn Christ den Kopf geschüttelt. Man fragt sich, woher solch hyperaktiv anmutendes Gebaren herrührt. Es gab und gibt wohl unzählige große Dirigenten, die solch ekstatische Show nicht darbringen.

Sollte an den Anschuldigungen des Ensembles auch nur ein Fünkchen Wahrheit sein, so möchte ich, als treue Steuerzahlerin doch darum bitten, dass die Verantwortlichen (Ministerium etc.) lückenlose Aufklärung betreiben. Kann es denn sein, dass eine Theaterleitung jahrelang die Missstände nicht zur Kenntnis nehmen wollte?

Es wäre für mich ein unerträglicher Gedanke, dass ich einen unbeschwerten netten Abend verbringe und die Menschen, welche mir diesen bescheren, verängstigt und gedemütigt sind.

Was den Rausschmiss des Frank Bernard angeht, wird da etwa ein mutiger Kämpfer für die Kunst kalt gestellt? Das darf doch nicht wahr sein. Ich hatte diesen begnadeten Musiker schon des Öfteren bestaunt und auch auf so mancher Premierenanschlussfeier als einen geerdeten und sympathischen Menschen erlebt. Dagegen steht ein Herr Christ, der selbst ernannte Cottbuser Karajan. Wenn er tatsächlich ein solches Format besitzt, warum steckt er dann seit Jahren und noch bis 2024 in dieser Provinz – komisch, oder?

Cornelia Noack, Cottbus