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| 17:17 Uhr

Zu den Tempo-30-Schildern in Pinnow
Die Ernüchterung wird schnell folgen

Zum Thema „Ein Teil von Pinnow ist jetzt Tempo 30 Zone“ (LR vom 21. Mai).

Es ist sicher im ersten Moment des „Schilderaufstellens“ für die Anwohner des Bereiches in Pinnow eine zufriedenstellende Situation und auch eine erste Hoffnung auf Verkehrsberuhigung. Die Ernüchterung wird aber sehr schnell auch in Pinnow Einzug halten, denn eine echte Verkehrsberuhigung wird es nicht geben, da es, ganz einfach, keine Kontrolle der Geschwindigkeitsbegrenzung geben wird. Ich spreche da aus Erfahrung aus dem Ortsteil Groß Drewitz. Als Anwohner des Lübbinchener Weges in Groß Drewitz haben ich zusammen mit anderen Anwohnern immer wieder für eine Verkehrsberuhigung in diesem Bereich gestritten. Im Juli des Jahres 2014 war es dann so weit und der Bereich wurde als Verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen und die Schilder 30 km/h aufgestellt.

Leider musste ich feststellen, dass diese Begrenzung die wenigsten Verkehrsteilnehmern dazu veranlasste, die Geschwindigkeit herunterzunehmen. Die Anwohner wären ja schon froh, wenn die Verkehrsteilnehmer wenigstens die für innerorts vorgeschriebenen 50 km/h einhalten würden, aber auch dies ist weit gefehlt. Kontrollen in den ersten Monaten der Geschwindigkeitsbegrenzung ergaben laut Aussage der zuständigen Stellen keine gravierenden Geschwindigkeitsüberschreitungen und somit stehen die Kontrollen in keinem Verhältnis von Aufwand zum Nutzen. Dies ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass die „Geschwindigkeitssünder“ zu einem sehr erheblichen Teil Einheimische sind und bei Feststellen einer Kontrolle sofort über die sozialen Medien gewarnt wird. Ist die Kontrollstelle dann wieder abgebaut, geht die Raserei dann wieder los. Schade um das Geld für die Verkehrsbeschilderung!

Speziell an den Wochenenden ist  es eine dermaßene Lärmbelästigung, dass man als Anwohner schon gewillt sein kann „auszuwandern“. Im Ortsteil Pinnow wird es genau wie bei uns in Groß Drewitz werden – es wird weiter gerast. Ich hoffe nur, dass nicht erst etwas Schlimmes passieren muss, um die Verantwortlichen wachzurütteln. Uns helfen vorerst nur Selbstschutz wie das „Zuparken“ des Lübbinchener Weges.

Paradox ist auch, dass Anwohner der nun verkehrsberuhigten Zone in Pinnow sehr oft die Beschilderung im Lübbinchener Weg in Groß Drewitz „übersehen“. Auch Pflegedienste und  Schülertransportunternehmen, sogar junge Mütter mit ihren Sprösslingen im Auto haben mit der Verkehrsberuhigung so ihre Probleme. (...) Werden die nun in Pinnow aufgestellten Geschwindigkeitsbegrenzungen Ihren Zweck erfüllen.  Ich wünsche es den Anwohnern von ganzem Herzen. Oder ist dies auch wieder nur eine Beruhigung für Verantwortlichen des Verkehrs in unseren Orten?