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| 18:33 Uhr

Lesermeinung
Zivilbevölkerung zahlt den Preis

Bürgerkrieg in Syrien

In der Berichterstattung zu Syrien fällt auf, dass der perfide Krieg der „islamistischen Rebellen“ als „Rebellion gegen Assad“ verharmlost, den syrischen Regierungstruppen hingegen die Alleinschuld an den traurigen Hinterlassenschaften des Krieges gegeben wird. Wer hindert eigentlich die 400 000 in Ost-Ghuta eingeschlossenen Zivilisten am Verlassen der Kampfzone, benutzt sie als Schutzschilde im sinnlosen Häuserkampf, beschießt die Fluchtkorridore und blockiert so auch UN-Hilfskonvois? Ghuta ist Rückzugsgebiet für Salafisten, die aus dem säkularen Syrien einen erzkonservativen, islamischen Staat machen wollen. An die bereits Mitte 2017 für diese Region getroffenen Deeskalations- und Waffenstillstandsvereinbarungen haben sich diese als „harmlose Rebellen“ bezeichneten Gotteskrieger nie gehalten. Dank Rückendeckung und Nachschub von außerhalb greifen sie auch Wohnviertel von Damaskus an, wo ebenso Zivilisten leiden und sterben, allerdings ohne mediale Betroffenheit. Ob in Aleppo, Damaskus, Afrin oder in der Ghuta – wo Krieg stattfindet und die Kriegsherren nicht zum Einlenken gezwungen werden, zahlt in jedem Fall die Zivilbevölkerung den Preis.

Gesina Braun
Spremberg