ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:07 Uhr

Lesermeinung
Wo sind die Friedenskämpfer?

Zum 80. Jahrestag des Überfalls auf Polen Von Gerhard Krüger

Bundespräsident Steinmeier hat bei der Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf Polen um Verzeihung für die historische Schuld und das zugefügte Leid gebeten. Ein solches Völkermorden darf sich nicht wiederholen. Angesicht der Militarisierung in Deutschland als Mitglied der Nato nach dem Zweiten Weltkrieg und der gegenwärtigen Politik der Bundesregierung sehe ich Worthülsen und eine Täuschung der Bürger.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wären die Beziehungen der Staaten auf der Basis von Dialogen – ohne den anderen zu bevormunden – zu lösen gewesen. Aber nein! Zur Durchsetzung ökonomischer und polittischer Interessen vor allem Amerikas wurden viele Konflikte in der Welt auch unter falschen Tatsachenangaben wie im Irak angezettelt. Auch gegenüber dem Iran gibt es zurzeit immer wieder Konfliktansätze, die mich an Gleiwitz erinnern.

20 Jahre wird mit deutschen Soldaten am Hindukusch agiert, ohne zu friedlichen Lösungen zu gelangen. Ist man mit der Situation einig und bewacht nur die Mohnfelder und den Opiumhandel?

Um Russland wurden Raketenabwehrsysteme installiert. Der Deutsche Bundestag will der Forderung der USA Rechnung tragen und zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes für Rüstung ausgeben. Das ist doppelt so viel wie gegenwärtig, also circa 80 Milliarden Euro. Wie wir durch die Medien informiert wurden, sind 35 000 amerikanische Soldaten in den Standorten Ramstein, Büchel und anderswo stationiert. Das kostete den Steuerzahler für die vergangenen fünf Jahre für Unterhaltung der Standorte und soziale Leistungen der Angehörigen rund 700 Millionen Euro. Aber das Empörende ist sicherlich, das nach wie vor in Büchel Atombomben lagern und diese vonseiten der USA bis 2024 modernisiert werden sollen.

Gegenwärtig wird lediglich durch die Partei Die Linke gegen den Rüstungswahn gekämpft. Sie fordert den Abzug der deutschen Soldaten aus den Auslandseinsätzen, keine militärische Lösung von Konflikten, Schluss mit dem Waffenexport in Krisengebiete wie Saudi-Arabien, Israel und Syrien. NIcht nur ich frage mich angesichts der Gewalt in der Welt, wo sind die christlichen Friedenskämpfer der 80er-Jahre, die Schwerter zu Pflugscharen machen wollten?