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Leserbrief
Wo bleiben die Ersatzleistungen?

Beispiel an Nachbarn nehmen

In der Rundschau vom 19. März hat Verkehrswacht-Präsident Rainer Genilke angeregt, angesichts steigender Unfallzahlen, an gefährlichen Baumalleen die Säge anzusetzen. Es sollen also Straßenbäume in großen Mengen gefällt werden. Dabei muss bedacht und dann auch verwirklicht werden, dass bei jeder Baumfällung auch eine Ersatzleistung erfolgen muss. Und dies im Verhältnis von mindestens eins zu drei!

Diesbezüglich geschieht in unserem Land so gut wie nichts. Man sollte sich andere Bundesländer als Beispiel nehmen. In den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt werden, bevor es zu Baumfällungen an öffentlichen Straßen kommt, in einem entsprechenden Sicherheitsabstand neue Baumreihen angepflanzt.

Außerdem sollten die Ursachen für die steigenden Baumunfälle thematisiert werden. In Deutschland gab es laut aktueller Statistik zu Beginn des Jahres 2017 mehr als 55 Millionen Kraftfahrzeuge. Das Kraftfahrt-Bundesamt beziffert, dass diese Zahl seit 2009 um rund 6 Millionen angestiegen ist. Es fahren also immer mehr Autos auf unseren Straßen. Ganz zwangsläufig müssen sich auch die Unfallzahlen erhöhen. Üblich ist es heutzutage, wegen der hohen Verkehrsdichte die Straßen zu verbreitern oder gar neue zu bauen. Dabei sind stets Baumfällungen notwendig. So zum Beispiel die umfangreichen Abholzungen an der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda. Auch in solchen Fällen gibt es kaum Ersatzanpflanzungen! Die Baumbestände auf der Erde nehmen jedoch dramatisch ab. Und je weniger Bäume es gibt, desto unaufhaltsamer wird der globale Klimawandel – von uns Menschen verursacht!

(Dieter Lehmann, Naturschutzverein „Elsteraue“)