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Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur kostet Geld

Polizisten und Protestierende am 3. Oktober in Dresden.
Polizisten und Protestierende am 3. Oktober in Dresden. FOTO: dpa
Weitere Entfernungen für die Bürger Dirk Friedel aus Herzberg schreibt zur Debatte um die Kreisgebietsreform in Brandenburg und einen Lausitzkreis: Man kann es drehen und wenden, wie man will, solange durch eine Kreisgebietsreform die Verwaltungskosten nicht reduziert werden können, ist diese von vornherein überflüssig. Der Dresdner Wissenschaftler Felix Rösel (Ifo-Institut) hat analysiert, dass ein Zusammenhang von Größe und Effizienz von Gebietskörperschaften nicht nachweisbar ist (RUNDSCHAU vom 12.

September). Am Ende bleiben also nur die weiteren Entfernungen für die Bürger, also ein Mehraufwand, um die Verwaltung zu erreichen. Da ist es auch völlig nebensächlich, wie die Neuaufteilung der Kreise erfolgen soll. Den Herausforderungen der Lausitz wie auch der anderen Brandenburger Randgebiete könnte man am ehesten mit guten Verkehrsanbindungen an die Industrieregionen begegnen.

Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur kostet Geld

Horst Wetzel aus Guben meint zum selben Thema:

Eine Studie im Auftrag des brandenburgischen Landtags zeigt, dass die Demografie der metropolenfernen Regionen durch die Deindustrialisierung bedingt ist. Der Wegfall der Arbeitsplätze führte zu einem Wegzug der arbeitsfähigen Bevölkerung. Nun fehlt schon die zweite Generation von Kindern, und die negative Auslese schreitet fort. Ja, die Aufrechterhaltung oder gar ein Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur kostet Geld. Die jetzt betriebene Mangelverwaltung wird aber zu weiterem Abbau von Infrastruktur führen. Und in Zukunft zu noch größeren Anstrengungen und Forderungen für einen Wiederaufbau führen. Oder ist gerade das das Kalkül?

Da könnten wir gleich zu Sachsen zurückgehen

Wolfgang Reeck aus Teichland/OT Maust zur Kreisreform:

Die Prignitzregion ist von der Hauptstadt abgenabelt und auch der Süden Brandenburgs mit Elbe-Elster, OSL, SPN und Cottbus. Wir sind der Pufferkreis zu Sachsen, um wohl ein Bollwerk gegen Pegida aus Sachsen zu bilden. Jedenfalls wurde diese Region im Verwaltungsentwurf schon braun eingefärbt. Da könnten wir gleich per Ländervertrag zum Freistaat Sachsen zurückgehen; Sachsen hat diese Gebiete und weitere 1815 auf dem Wiener Kongress wegen der Unterstützung Napoleons an Preußen verloren. Und die Brandenburger Braunkohle mit dem neuen tschechischen Eigner EPH wäre vollständig auf sächsischem Gebiet, dem Bundesland mit Direktkontakt zu Tschechien. Ich fände das gut.

Von wegen, Respekt!

Jörg Rudolph aus Falkenberg/Elster widmet sich den Pöbeleien gegen Politiker und andere Gäste bei der Einheitsfeier in Dresden (LR vom 4. und 5. Oktober):

Ja, wissen die da oben eigentlich, wie es ganz unten aussieht? Respekt, ja, das fordern die da unten auch vergeblich. Können über die eigenen fetten Diäten (Einkommen) nicht mehr drüberschauen. Somit zwangsläufig totaler Realitätsverlust. Es ist mehr als respektlos, Wasser trinken zu predigen und selbst im Schampus zu ersaufen. Es gibt deutsche Bürger, die sich täglich darum sorgen müssen, "wie befülle ich meinen eigenen Futternapf". Und dann täglich die Bildchen der Lächelnden. Hier ein Spatenstich und dort ein Einweihungsprosecco (. . .) So sieht die Wahrheit aus, und diese beginnt nicht erst im Kanzleramt. Also: Wer besudelt hier wen? Von wegen, Respekt!

Ganz Deutschland in der Welt geschädigt

Helmut Wolf aus Guben schreibt ebenfalls zu den Querelen am Tag der Deutschen Einheit in Dresden:

Dass die Schreihälse von Pegida unter anderem mit ihren Pöbeleien am deutschen Nationalfeiertag das Ansehen von Dresden und ganz Deutschland in der Welt geschädigt haben, darüber besteht wohl kein Zweifel mehr. Auch dass die Hüter unserer Demokratie das überhaupt zugelassen haben, ist nicht zu begreifen. Aber auch jene, die durch ihr Verhalten bewusst oder unbewusst und ohne nachzudenken dieses Gebaren Weniger unterstützt haben, müssen sich gefallen lassen, in den Kreis jener zu geraten, die in verbrecherischer Weise durch Brandstiftung, Anzünden von Polizeiautos, Anpöbeln und Steine und Flaschenwerfen gegen Politiker, Polizei oder hilfsbereite Bürger, die Menschen verunsichern und das Ansehen unserer demokratischen Ordnung beschädigen. Es wird Zeit für alle, darüber nachzudenken, wer unsere Demokratie wirklich gefährdet.