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Warum nicht auch Soljanka und Würzfleisch?

Der Beitrag "DDR-Nostalgie in Dosen: Soljanka mit Pionierbild" (RUNDSCHAU. 19. März) hat zahlreiche Leser beschäftigt. Christel Mautsch schreibt dazu per E-Mail:

( . . . ) Diese Bilder auf den Dosen und auf anderen Produkten finde ich so geschmacklos wie manche andere Werbung auch. Sie verfolgen sicher nur das Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen und sich auf dem Markt für dieses Produkt einen Platz zu schaffen. Dass man dann aber behauptet, es hätte alles schlechter geschmeckt oder es war alles schlechter, kann ja wohl nicht sein. Ich habe eher den Eindruck, dass Leute, die nicht die geringste Ahnung haben, wie es uns ergangen ist, sich anmaßen, darüber zu urteilen. Warum sollen denn Gaststätten keine Soljanka und kein Würzfleisch verkaufen? Nur weil Ihr im Westen Deutschlands diese Rezepturen nicht kanntet? Ihr esst doch auch Speisen, deren Rezepte aus einer anderen Zeit stammen. Da würde niemand daran denken, dass Ihr aus diesem Grund diese Zeit verherrlicht.

Nun zu den Opfern der DDR. Fragen Sie doch mal ganz normale ehemalige DDR-Bürger nach ihrer Meinung. Vielleicht ergibt sich dann ein ganz anderes Bild. Das Gleiche gilt auch für die Insassen der Kinderheime. Es waren nicht immer nur Menschen, die unschuldig dort waren. Ich weiß, dass viel Unrecht geschehen ist und habe doch den Eindruck, dass man ganz bewusst pauschalisiert. Auch dass man das Bildungssystem immer wieder beschimpft, wundert mich sehr. Es wurden solide Kenntnisse vermittelt. Das Ergebnis der Schulausbildung war unter dem Strich doch wohl eindeutig besser. Woran liegt es wohl, dass nicht genug Jugendliche in der Wirtschaft erfolgreich ihren Mann stehen können? Viele Dinge hätte man nicht einfach nur überstülpen dürfen. Man hätte sie sich auch vorher einmal gründlich ansehen müssen. ( . . . )

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