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Von "Ausreisezentren" und "Aufnahmezentren"

Äußerst fragwürdiger Fernseh-Thriller Dieter Lehmann aus Falkenberg/Elster schreibt zu "Terror, Trauer, Vergeltung", einem vor Kurzem gezeigten Fernseh-Zweiteiler (RUNDSCHAU, 2. Januar): Warum so viele Mord- und Totschlag-Filme im Fernsehen? Unter der Überschrift "Terror, Trauer, Vergeltung" wurde der ARD-Zweiteiler "Spuren der Rache" mit Heiner Lauterbach angekündigt.

Ich habe mir den ersten Teil angesehen und war danach empört. Was da an Grausamkeiten, Blutvergießen und Morden den Zuschauern zugemutet wurde, war für mich unerträglich. Dazu eine an den Haaren herbeigezogene Handlung, nicht nachvollziehbare Dialoge - kurzum, ein äußerst fragwürdiger Fernseh-Thriller!

Man muss sich fragen, wofür wir unsere Rundfunk- und Fernsehgebühren jährlich zwangsweise bezahlen müssen. Immer häufiger werden Mord- und Totschlag-Filme auch in den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF gezeigt. Gewaltverherrlichung pur! Man muss sich also nicht wundern, dass die Gewaltbereitschaft in unserer so fragwürdig gewordenen Gesellschaft ständig zunimmt. Das Fernsehen hat eine Aktie daran.

Wir alle müssen uns schuldig bekennen

Horst Paulick aus Elsterwerda schreibt zum Kommentar "Ein Jahr zum Vergessen" von Werner Kolhoff (RUNDSCHAU, 30. Dezember 2016):

( . . . ) Die Welt sei aus den Fugen geraten, heißt es darin. Es werden auch Ereignisse des Jahres nochmals bemüht. Manches zu oft. Eine Korrektur kann eh nicht mehr erfolgen oder ist gar unerwünscht. Aber die Welt aus den Fugen zu bringen - wer ist denn dazu imstande? Mehr oder weniger einzig und allein die den Planeten bewohnende Menschheit, wovon wiederum die jeweilige Führung vorrangig zu sehen ist. Wir allein müssen uns da wohl schuldig bekennen. Jawohl, wir alle. Die Oberen für ihr verantwortungsloses Tun, die Unteren, für ihr fortwährendes Dulden solcher Missetaten. Warum eigentlich maßen wir uns immer wieder solch Verhalten an? Warum wollen wir uns stets gegenüber Umwelt, Natur, anderen Völkern und auch Tieren als die Herren des Planeten darstellen? Denen in zunehmendem Maße viele der Naturkatastrophen zu verdanken sind. Zur Umkehr, zum Neuanfang ist es mitunter sehr, aber nie zu spät. Böte nicht ein Jahresbeginn beste Aussichten dafür? Zumal im Kommentar auch auf Lichtblicke verwiesen wird.

Aber die im Artikel unten ("Die Rückkehr der Sowjetunion") wieder deutlich verkündete Häme Russland gegenüber spricht für sich. Haben wir das denn nötig? Anders gefragt: Was nützen uns und der Welt derartige Deutungen des in anderen Ländern ablaufenden Geschehens? Sollten wir nicht lieber bei uns vor der Tür kehren oder den Stall ausmisten? Neben dem Debakel im großen Weltgeschehen gibt es auch im unmittelbaren Wohnbereich ständig neue Reibereien, wofür man sich nur zu schämen hätte? Die geplante Verwaltungsgebietsreform sowie der Finsterwalder Stadthallenbau seien nur als Beispiel genannt. Und vieles, was diesbezüglich geredet oder getan wird, sind doch Possen oder gehören in die Mottenkiste. Und uns alle kostet es immer mehr Geld, was andernorts fehlt.

Von "Ausreisezentren" und "Aufnahmezentren"

Achim Hoffmann aus Gablenz schreibt zur Flüchtlingspolitik in Deutschland:

Der Herr Bundesinnenminister schlägt zur Bewältigung der Flüchtlingsmisere vor, "Ausreisezentren" für die Aufnahme von ausreisepflichtigen, unerlaubt eingereisten Bürgern aus sicheren Ländern der Welt einzurichten. Früher sagte man Lager dazu - wie in Gießen und Marienfelde, wo DDR-Flüchtige gelagert wurden, bis ihnen, peinlich vernommen vom Gehlen-Geheimdienst und CIA, die Einreise zu den Brüdern und Schwestern erlaubt wurde.

Außer Herrn Seehofer hätte doch auch einer von sicher vielen in der Regierung Tätigen darauf kommen müssen, erst mal "Aufnahmezentren" ( . . . ) ( . . . )

Abschieben geht gar nicht, wir brauchen dringend Männer - "Frauenmangel in der Lausitzer Provinz" (RUNDSCHAU, 3. Januar). Es fehlen Richter, Ärzte, quereinsteigende und richtige Lehrer, Pfleger, Schwestern und seien es männliche. Es fehlen Fernseh-Kommandeure, die endlich die Endlosschleifen von Krimis in bildende und trotzdem unterhaltende Sendungen umwandeln. Dann gibt es eben keine Abschiebelager, und es bleibt alles beim Alten.

So ein föderatives Staatsgebilde wie das unsere ist wie ein Roulette-Tisch. Jeder Spieler setzt auf eine andere Farbe, bis der Chefcroupier sagt: Nichts geht mehr.