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| 18:08 Uhr

Lesermeinung
Vom Schweigen in der Demokratie

Warum braucht es ein Projekt zum Reden? Von Frank Leopold

„Bei Themen, wo es schwierig wird, wird geschwiegen.“ So wird die scheidende Superintendentin Ulrike Menzel zitiert (RUNDSCHAU 20. März). Sie hat mit ihrer Wahrnehmung wahrscheinlich sogar recht. Die Frage ist doch, die sich unbedingt auch die Verantwortungsträger der Kirche mal stellen sollten, warum ist das eigentlich so? Dass der Evangelische Kirchenkreis Cottbus im „Superwahljahr 2019“, 30 Jahre nach der friedlichen Wende, eine vom Bündnis Brandenburg, das bei der Staatskanzlei der Landesregierung angesiedelt ist, finanzierte Projektstelle besetzt, finde ich bemerkenswert. Es wundert mich auch nicht, dass mit dem Projekt „Miteinander reden. Demokratisches Gemeinwesen stärken“ ein Versuch unternommen wird, mit Menschen, die sich in (von) der Gesellschaft abgehängt fühlen, ins Gespräch zu kommen. Dass für dieses löbliche Anliegen aus Sicht der Kirche ein Projekt erforderlich sein soll, irritiert mich dann doch und zeigt mir zugleich, dass in den vergangenen 30 Jahren einiges schiefgelaufen sein muss. Ich bezweifle, dass der (finanzielle) Aufwand gerechtfertigt ist und das Projekt von Erfolg gekrönt sein wird, zumal sein schnelles Ende in einem dreiviertel Jahr in Sicht ist. Vielleicht fehlt mir auch ein wenig die Phantasie und mein verloren gegangener Optimismus?!