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| 20:13 Uhr

Leserbrief
Verkehrsinsel nicht an Pranger stellen

Zum Ärger über die Verkehrsinseln in Sedlitz (LR am 28. Dezember) gibt es auch ganz andere Auffassungen.

Mit Interesse und Erschrecken habe ich den Artikel in der Lausitzer Rundschau über die Verkehrsinseln in Sedlitz gelesen. Eine dieser Verkehrsinseln befindet sich in meiner unmittelbaren Sicht- und Hörweite. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass in dem Artikel die Verkehrsinseln für die sich dort ereignenden Unfälle an den Pranger gestellt werden – und nicht etwa das verfehlte Verhalten der beteiligten Kraftfahrer (Unachtsamkeit, Raserei, Fahren unter Alkoholeinfluss). Der Unfallstatistik für das Land Brandenburg konnte man zeitgleich in der LR entnehmen, dass die Hauptursache von Unfällen die Raserei ist. Deutlich hörbare quietschende Reifen und das Donnern und Knallen bei Bordsteinkollisionen lassen mich staunen, dass bisher nicht noch mehr passiert ist! Egal aus welcher Richtung man sich Sedlitz auf gut einsehbarer Strecke nähert, sind die gelben Ortseingangsschilder deutlich von Weitem zu erkennen, übrigens auch nachts. Erst kürzlich kam ich spät abends aus Richtung Cottbus und erkannte trotz Dunkelheit sicher den Ortseingang, so dass genug Zeit bleibt, die Geschwindigkeit auf die gesetzlich erlaubte zu reduzieren. Die Verkehrsinseln, die erst ein Stück weiter hinter dem Ortseingangsschild beginnen, sind gut erkennbar und tauchen nicht „völlig überraschend“, wie vom Artikelschreiber dargelegt, auf. Da gibt es andere Beispiele, wie die Verkehrsinsel in Großräschen Höhe Möbelhaus, wo sogar die Farbe für die Straßenbegrenzung eingespart wurde und sie so bei Dunkelheit kaum erkennbar ist! Die Sedlitzer Verkehrsinseln können auch nachts ohne Probleme passiert werden. Eine zusätzliche Beleuchtung, wie im Artikel angedacht, ist absolut nicht notwendig! Ich kann der Haltung des Landesbetriebes Straßenwesen nur zustimmen. Ich finde es traurig, dass zusätzliche Bauwerke zur Verkehrsberuhigung erforderlich sind, um Kraftfahrer an die Einhaltung der Verkehrsregeln zu erinnern.
Zeit ist kostbar, aber nicht verständlich ist es, dass viele Kraftfahrer bereits nach dem Küchenstudio das Gaspedal durchdrücken, um dann am Ortsausgangsschild auch ja die möglichen 100 Stundenkilometer auf der Bundesstraße erreicht zu haben. Sollte mal jemand vorschriftsmäßig fahren, wird er durch dichtes Auffahren und Lichthupe bedrängt. Wir haben es selbst erlebt.