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| 18:53 Uhr

Lesermeinung
Noch Lückenin der Aufklärung

Umgang mit Vergangenheit

Nach dem Ende des NSU- Prozesses kam man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass es noch Lücken in der Aufklärung der Nazi-Vergangenheit gibt. Eine selbstkritische  Haltung  der Staats- und Verfassungsorgane  wäre in dieser Situation vonnöten gewesen. Den Vertretern der Opfer dieser rechten Gewalt war es etwas verblüffend, wie mit den Geschehnissen umgegangen wird. ... Wie die Angeklagte Zschäpe mit sich selbst umgegangen ist, klang nicht nach Reue und Eingeständnis.

Nicht anders ist auch mit einigen Teilen  der Umgang des Wiederaufbaus der Garnisonkirche zu besehen und zu bewerten. Es klingt sehr eigenartig, wenn wissenschaftlich hochgradig die Aussage zum Objekt auf die preußische Geschichte positiv gelenkt wird. Gerade dieser Abschnitt deutscher Vergangenheit war militaristisch geprägt. Es war ein nahtloser Übergang in eine faschistische Diktatur. Als humanitäre Geste wäre es glaubhafter anzusehen, dieses Kulturobjekt wegen seiner Vergangenheit nicht wieder aufzubauen. Ein kleines kritisches Erinnerungs- Denkmal hätte gereicht. So wäre es der Geschichte über gerecht gewesen.

Diese Moral hat leider versagt. In der Asyl- und Integrationspolitik hätten positivere Ergebnisse in der Vergangenheitsbewältigung dazu beigetragen, größeres Vertrauen aufzubauen.

Hans Stolze
Lübbenau