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Typisch deutsche Volksmichelmeinung

Günter Schüppel aus Senftenberg schreibt zum Interview mit Helmut Ziehe: Nach dem fast unsäglichen Gezeter und Geschrei und dem Aufstellen von Holzkreuzen wegen der angeblichen "Gefahr" einer Gewässerverunreinigung des Altdöberner Sees lese ich mit Genugtuung einen fachlich hieb- und stichfesten Beitrag. Der keinesfalls selbst ernannte Wasser-Experte Helmut Ziehe legt in sehr verständlichen und für jeden Ex-DDR-Bürger, der in naturwissenschaftlichen Fächern nicht gepennt hat, dar, was es tatsächlich mit dem Ockerschlamm auf sich hat.

Geologische, physikalische und chemische Zusammenhänge werden eindeutig dargelegt.

Was also steckt nun wirklich hinter Protestlern in der Bürgerinitiative? In erster Linie ist es eben schlicht und einfach "das Negieren von chemischen Grundkenntnissen und das Überstrapazieren von Emotionen".

Hier kommt die lokale Politik ins Spiel. Es ist nicht nur für mich einfach unverständlich und beschämend, wenn sich gewählte Politiker über Naturgesetze hinwegsetzen. Da liegt der Verdacht nahe, dass einzig und allein die Aussicht auf die Wiederwahl deutlich wider jeglicher Vernunft im Spiel ist. Statt beruhigend auf Unwissende Einfluss zu nehmen, werden deren angebliche Ängste weiter geschürt.

Windstrom muss die Kohle ablösen, aber bitte keine Windräder vor meiner Tür. Der Ockerschlamm muss entsorgt werden, aber bitte nicht in unserem See. Das ist die typisch deutsche kleinkarierte Volksmichelmeinung. Nur mit ordentlichem Wissen und falls nötig gegen falsche Bürgermeinungen sollte das Problem langfristig gelöst werden.