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| 19:22 Uhr

Leserbrief zu Trsiomie-21-Test
Kinder müssen geschützt werden

Angst vor neuer Debatte um lebenswertes Leben

Trisomie 21, das Down-Syndrom: Es betrifft mich nicht, also warum äußere ich mich dazu? Ich bin Spastiker und das seit meiner Geburt. Seit nun fast 58 Jahren. Ich weiß auch nicht, wie der Bundes-Ethikrat in der Frage zur Bezahlung des Testes entscheiden wird. Nicht alles, was machbar ist, ist gut oder gar erlaubt. Ich weiß nur, jede Form des Lebens ist lebenswert.

Kinder sind das sichtbare Zeichen der Liebe zwischen Mann und Frau, sie gilt es in besonderer Weise zu schützen – ganz gleich, ob sie gesund oder mit einer Behinderung zur Welt kommen. Das Down Syndrom ist keine Krankheit, es ist eine etwas andere Lebensform und Lebensart. Ich weiß, dass mir hier die Medizin widerspricht, aber darum geht es mir nicht.

Wie langweilig, ja eintönig wäre diese Welt, wenn auf ihr nur gesunde, perfekte Menschen existieren würden, die den Maßstäben für ein normales Leben gerecht werden. Es gab schon einmal eine Zeit, da haben „gesunde Menschen“ darüber entschieden, welches Leben lebenswert ist.

Diese so „gesunden Menschen“ waren am Ende die Kranken. Unter ihnen hätte ich keine Lebensmöglichkeit gehabt, so aber bin ich dankbar, dass ich diese Zeit nicht erleben brauchte.

Meine Sorge aber ist genau diese: Das mit der Diskussion um Trisomie 21 eine Debatte um lebenswertes Leben losgetreten wird. Eine Debatte, die dieses Land nicht braucht. Hier sollte uns unsere Geschichte Mahnung und Lehre sein und bleiben. Meinen Eltern bin ich dankbar, dass sie mir das Leben geschenkt haben.