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Lesermeinung
Symbolpolitik

Meinung Grüne und Kohleausstieg

Zum Kommentar „Partei vor Land?“ (LR, 22. November): Nein, es ist eben nicht „Pillepalle“, ob drei, fünf oder sieben Gigawatt Kohlekraft abgeschaltet werden. Es ist die Frage, ob in der Lausitz Strukturwandel und Hilfe zur Selbsthilfe möglich sind oder ob es einen äußerst schmerzhaften Bruch geben wird. Für diesen besteht – anders als bei der Steinkohle oder 1990 – wirtschaftlich kein Grund. Ziel grüner Politik ist, schnellstmöglich die CO2-Emissionen zu senken, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Frage, wie viel Grad Erderwärmung wir damit vermeiden, stellt keiner. Nur in diesem Jahr wird China seine Emissionen um 400 Millionen Tonnen steigern. Ob Deutschland 50, 70 oder 90 Millionen Tonnen einspart (bis 2020), wird keine Reaktion in der Atmosphäre hervorrufen. Ziel der Grünen und ihrer fast nur in Berlin und im Westen wohnenden Wähler ist es wieder einmal, ein Zeichen zu setzen und neben dem Atomausstieg einen weiteren Pokal in den Schrank ihrer Symbolpolitik zu stellen. Die interessiert nicht, wenn in der Lausitz die Lichter ausgehen. (...)