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| 19:46 Uhr

Leserbrief
Sind Schläge im Elternhaus tabu?

Zum Beitrag „Zwischen jugendlichem Glück und Verzweiflung“, Rundschau vom 4. Dezember, Seite 16:

Ich habe mit viel Interesse und sehr gespannt über zwei Stunden verfolgt, was sich da so auf der Senftenberger Neuen Bühne abspielte. Als ehemaligem Lehrer, der sich über Jahrzehnte mit dieser Altersgruppe beschäftigen durfte, war mir nicht so viel neu. Die schauspielerischen Leistungen haben mich sehr überzeugt und beeindruckt.

Als ich dann die Rezension las, kam mir sofort eine Frage auf: Warum nennt der Autor mit keiner Silbe die Rolle der Marta? Sie hat vielleicht nicht den großen Anteil an Zeit innerhalb des Stückes, doch wie Christina Berger diese Rolle spielt, war für mich beeindruckend, zumal gerade diese Problematik vielleicht eine wesentlich größere ist, als die Sexualität.

Geschlagen zu werden im eigenen Elternhaus und am nächsten Tag ,,fröhlich und aufmerksam“ im Unterricht zu sitzen, ohne dass die Klassenkameraden mitbekommen, was zu Hause passiert ist, eine ,,Höchstleistung“ eines geschundenen Kindes. Das

muss nach meiner Meinung unbedingt gesagt werden. Ein solches Verhalten im Elternhaus sollte heutzutage nicht mehr an der Tagesordnung sein, ich zweifle aber daran, dass es wirklich so ist.