| 11:53 Uhr

Leserbrief
Sensible Reaktion

Meinung | Cottbus. Das Grundgesetz möchte gerne gleiche Lebensverhältnisse in der ganzen Republik. Aber damit ist doch nicht gemeint, dass alles überall gleich sein müsse. Statt stolz auf die Vielfalt in Deutschland zu sein und mit diesen Pfunden zu wuchern, sie zu genießen und sie zu leben, reden manche einem unsäglichen Einheitsbrei das Wort. Michael Höhr

Komisch, dort wo es eigentlich wichtig wäre, beispielsweise bei Schulen und Universitäten, Kindergärten, Polizei und Justiz, pflegen die Bundesländer eine den Bürgern wenig dienliche Unterschiedlichkeit, die dann unsinnigerweise auch noch mit Wettbewerb begründet wird. Dafür hätte es die Politk wohl gerne, dass möglichst alle Bürgerinnen und Bürger ein einheitliches „Deutschgefühl“ haben. Insbesondere politisch. Aber was könnte das konkret sein? Wenn Herr Blochwitz in seinem Brief an die Wessis bemängelt, dass die Ostdeutschen die Diktatur des Geldes bekommen hätten, so trifft das nur bedingt zu. Alle Deutschen haben die bekommen, die Westdeutschen schon früher, und es ist eher eine Dikatur der personenlosen „Märkte“, „Finanzmärkte“ oder auch gerne „Globalisierung“. Der Unterschied scheint mir zu sein, dass die Ostdeutschen sensibler darauf reagieren, wenn sich gewählte Abgeordnete mit einem Schulterzucken unter Hinwies auf die von ihnen nicht zu beeinflussenden „Märkte“, „Finanzmärkte“ und „Globalisierung“ aus der Veranwortung stehlen wollen. Zugegeben, auch ich stelle mir unter Demokratie  ein anderes politisches Bewusstsein vor.