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| 17:36 Uhr

Lesermeinung
Rote Linien wirken nicht

Beitrag zur Rentendiskussion

Zum Kommentar „Krankenkassen und Sparkassen“ (LR, 24. April): Seit der Aussage des vormaligen Arbeitsministers Norbert Blühm (Die Rente ist sicher!) ist dieses Thema nahezu ein Dauerbrenner. In den letzten Jahren ist an diesem Problem viel herumgewerkelt worden, ohne dass es bisher eine praktikable Lösung gibt, wie die Rente unter Beachtung des demografischen Wandels auch in Zukunft gesichert werden kann.Die jetzigen Vorschläge scheinen doch utopisch, wenn man zwei rote Linien aufbaut mit Rentenniveau und Obergrenze in der Beitragshöhe. Das sind Betrachtungen, die schon in der nächsten Legislaturperiode mit Sicherheit gekippt werden. Dabei hätte die SPD jetzt Gelegenheit, ihr Profil zu schärfen mit grundsätzlich neuen, aber nachhaltigen Vorschlägen und Entscheidungen. Ich könnte mir dazu drei Grundsätze vorstellen, die die Probleme der Zukunft entschärfen, auch wenn dazu von den Betroffenen mit hartem Widerstand zu rechnen sein wird:

1. In den Rentenfonds, wie auch in andere Sozialsysteme, müssen alle Erwerbstätigen einzahlen. Das betrifft insbesondere die Beamten. Das frühere Argument eines geringeren Verdienstes im Arbeitsleben und damit Beitragsfreiheit wird im Alter durch eine beachtliche Pension ausgeglichen, zählt nicht mehr, da Beamte heute neben anderen Vorzügen im Einkommen zu den anderen Berufstätigen längst aufgeschlossen haben.

2. Es ist zu überlegen, das Rentenniveau zu deckeln, wie es zum Teil in unseren Nachbarländern üblich ist. Die Rente ist gedacht, das bisherige Lebensniveau nach der Arbeitstätigkeit weiter zu sichern. Renten, die zum Teil weit über diesem Niveau liegen, werden benutzt, um Ersparnisse anzuhäufen oder an die Nachkommen zu verschenken. Das widerspricht dem Grundgedanken des Rentensystems.

3. Die gegenwärtig jährlich möglichen Rentenerhöhungen werden jedem in gleichem Prozentsatz gewährt. Auch hier wäre die Überlegung angebracht, diesen Prozentsatz zugunsten der kleinen Renten zu staffeln. Diese Variante würde einerseits einen kleinen Beitrag gegen die Altersarmut bringen und andererseits den Vorschlag unter Punkt zwei unterstützen.(...)

Klaus Mahr
Bad Muskau